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26.05.2013

22:03 Uhr

Agrar-Frage

Erster Erfolg bei kolumbianischen Friedensverhandlungen

Hoffnung für ein seit Jahrzehnten von Kämpfen terrorisiertes Land: Kolumbiens Regierung einigt sich in Verhandlungen mit den Farc-Rebellen in einem entscheidenden Punkt. Doch das Morden nimmt kein Ende.

FARC-Unterhändler Pablo Catatumbo (links) und der Vertreter der kolumbianischen Regierung, Frank Pearl. Reuters

FARC-Unterhändler Pablo Catatumbo (links) und der Vertreter der kolumbianischen Regierung, Frank Pearl.

HavannaNach mehr als sechs Monaten Verhandlungen hat die kolumbianische Regierung einen ersten wichtigen Erfolg bei den Friedensgesprächen mit den Farc-Rebellen erzielt. Beide Seiten verkündeten am Sonntag in Havanna eine Einigung in der Frage der Landverteilung an Vertriebene und Rebellen.

Die Agrar-Frage ist der erste von fünf Punkten der vereinbarten Friedensagenda und gilt als wegweisend für den weiteren Erfolg der Gespräche. Die Verhandlungen mit den „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ (Farc) zur Lösung des fast 50 Jahre dauernden blutigen Konflikts waren im vergangenen Oktober begonnen worden.

Auch während der Verhandlungen hatte die Gewalt im Anden-Staat kein Ende gefunden. Noch am Donnerstag waren vier Menschen bei einem Angriff der Guerilla auf ein Fahrzeug getötet worden. Der Direktor der regionalen Einwanderungsbehörde, sein Fahrer und zwei Polizisten kamen dabei in Nordkolumbien in einem Hinterhalt von Rebellen um.

Die kolumbianische Regierung hatte zuletzt ein rascheres Tempo in den Friedensgesprächen mit den Farc-Rebellen angemahnt. Insgesamt umfasst die Agenda für die Friedensgespräche fünf Punkte. Neben der nun offiziell geregelten Landverteilung an Rebellen und Vertriebene geht es um Garantien für eine politische Teilhabe der Farc-Rebellen.

Zudem muss die Entwaffnung der Banden ausgehandelt werden. Ebenso wie die Kämpfe muss der mutmaßlich von Farc-Rebellen betriebene Drogenhandel beendet werden. Die Regierung wirft den Guerilla-Truppen vor, den Drogenschmuggel als Haupteinnahmequelle zu nutzen. Als letzter Punkt stehen Entschädigungen für die Opfer des jahrzehntelangen Konflikts auf der Liste. Abschließend soll eine Kommission prüfen, ob alle fünf Punkte eingehalten wurden.

Von

dpa

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