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01.08.2013

19:54 Uhr

Agrarpolitik

Gericht in Frankreich hebt Verbot für Genmais auf

Die französische Regierung stemmt sich eisern gegen den Anbau von genmanipuliertem Mais auf heimischen Feldern. Zwar kassierte das oberste Verwaltungsgericht das aktuelle Moratorium, doch es wird ein neues folgen.

Eine gentechnisch veränderte Maispflanze auf einem Versuchsfeld der Firma Monsanto: In Frankreich wird der Anbau wohl auch weiterhin nicht legal sein. dpa

Eine gentechnisch veränderte Maispflanze auf einem Versuchsfeld der Firma Monsanto: In Frankreich wird der Anbau wohl auch weiterhin nicht legal sein.

ParisIn Frankreich hat das oberste Verwaltungsgericht das Verbot zum Anbau des Genmaises MON810 des US-Agrarriesen Monsanto aufgehoben. Die Begründung einer entsprechenden Regierungsentscheidung vom März 2012 sei „nicht ausreichend untermauert“, gab der Staatsrat am Donnerstag in Paris bekannt. Die Regierung kündigte umgehend eine neue Entscheidung vor der Aussaat im nächsten Frühjahr an.

Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll und Umweltminister Philippe Martin erinnerten in einer gemeinsamen Erklärung an den Einsatz der sozialistischen Regierung für eine Reglementierung von gentechnisch veränderten Aussaaten, „um Umwelt- und Wirtschaftsrisiken für andere Kulturen und für die Bienenzucht zu verhindern“. Beide wiesen daher ihre Behörden an, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um einen dauerhaften Regelungsrahmen hinsichtlich dieser Ziele zu schaffen.

Der Monsanto-Genmais MON810 ist in Frankreich de facto seit 2008 zur Anpflanzung verboten. Der Staatsrat hatte dies bereits 2011 einmal wegen fehlender juristischer Grundlagen aufgehoben, aber im März 2012 erließ die Regierung ein neues Moratorium für den Genmais. Der Monsanto-Mais MON810 ist die einzige gentechnisch veränderte Agrarpflanze, die in der EU angebaut wird, insbesondere in Spanien und Portugal. Andere europäische Länder, darunter Österreich, Ungarn und Luxemburg, haben die Aussaat genauso wie Frankreich verboten.

Agrarminister Le Foll hatte am Morgen im Sender Europe 1 hervorgehoben, dass es nicht dem Staatsrat obliege, über ein Verbot oder Nichtverbot des Genmaises in Frankreich zu entscheiden. Das Gericht könne lediglich über die juristischen Grundlagen für entsprechende Anordnungen entscheiden. Er machte deutlich, dass die Regierung neue Anordnungen erarbeiten werde, um den Mais weiter zu verbieten.

Von

afp

Kommentare (24)

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Steinweg

01.08.2013, 20:26 Uhr

Ein totalitaerere Staat setzt Oeko-Religiositaet durch. Das muessen wir in Deutschland verehren. Rationale Gruende werden nicht einmal mehr gesucht.

Gen-Mutation-Klon

01.08.2013, 20:49 Uhr

Ihr Kommentar zeugt von sehr viel Naivität!

Setzen Sie sich mit dem Thema kritisch auseinander und lesen mal zur Abwechslung das Buch "Tödliche Ernte". Dann verstehen Sie vielleicht, wie Urteile zustande kommen und welche Folgen der Monsanto-Konzern weltweit zu verantworten hat. Vielleicht erhalten Sie dann auch gleich einen Einblick, welche Rolle oder besser perfides Spiel FDP und CDU/CSU gegenüber der Bevölkerung treiben.

Übrigens sind bisher die Auswirkungen von Pflanzenschutzgiften und Pestiziden wesentlich gefährlich als die genmanipulierten Pflanzen selbst. Ganz nebenbei erzielen genmanipulierte Pflanzen Erträge die 10 bis 20% und in manchen Gegenden Amerikas sogar bis zu 60% unter Normalniveau liegen.

Und jeden Tag kommt bei uns über unser Fleisch genmanipuliertes Essen auf den Tisch und zwar durch das Futter für Schweine, Rinder und Geflügel in Form von Soja oder Mais aus Südamerika.

Guten Appetit - Vive la France!

Account gelöscht!

01.08.2013, 21:28 Uhr

Es gibt nicht einen Nutzen genverseuchter Nahrungsmittel. Gut, die Gewninne Monsantos und ddamit ie Vormachtstellung der USA mal aussen vor.

Aber es gibt unendlich viele Risiken und Gefahren.

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