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25.06.2011

09:36 Uhr

Agustin Carstens

Lagardes Konkurrent holt auf

Auch er will an die Spitze des IWF: Lagarde-Rivale Agustin Carstens ist ein Außenseiter im Kampf um den Posten - noch: denn derzeit schafft er es etliche Punkte im Rennen um die IWF-Spitze zu sammeln.  

Agustin Carstens, Chef von Mexikos Zentralbank. Quelle: dapd

Agustin Carstens, Chef von Mexikos Zentralbank.

OttawaIm Rennen um die Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) macht Außenseiter-Kandidat Agustin Carstens Boden gut. Der mexikanische Notenbank-Chef und einzige Rivalen der als Favoritin geltenden französischen Finanzministerin Christine Lagarde wird nun auch von Kanada, Australien, Chile und Peru unterstützt. Die Regierungen Kanadas und Australiens bezeichneten Carstens am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung als besonders geeignet, um die Herausforderungen für die Weltwirtschaft anzugehen. Sie verwiesen auf die Laufbahn des Kandidaten, der bereits für den IWF tätig war und auch Finanzminister Mexikos. Der chilenische Finanzminister Felipe Larrain sagte, beide Anwärter hätten die erforderlichen Qualifikationen, um den Fonds zu führen. Die Entscheidung seiner Regierung sei letztlich aber für Carstens gefallen.

Als erstes großes lateinamerikanisches Land hat sich bereits Kolumbien für den mexikanischen Notenbank-Chef starkgemacht. Nach Angaben der kolumbischen Regierung unterstützt eine Reihe weiterer Länder der Region die Kandidatur von Carstens.

Lagarde werden dennoch deutlich bessere Chancen eingeräumt. Allein Europa, das in der Schuldenkrise unbedingt die eigene Kandidatin durchsetzen will, macht ein Drittel der IWF-Stimmrechte aus. Zünglein an der Waage sind die USA mit 17 Prozent. Das Finanzministerium in Washington hat sich bislang zwar noch nicht offiziell auf Lagarde festgelegt, die Französin jüngst aber als „außerordentlich begabte“ Anwärterin für den IWF-Chefposten bezeichnet. Einem ungeschriebenen Gesetz zufolge wird die IWF-Spitze traditionell mit einem Europäer besetzt, während die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner geführt wird. Diesen Automatismus stellen Schwellenländer wegen ihres gewachsenen Gewichts in der Weltwirtschaft allerdings immer stärker infrage.

Das IWF-Direktorium will bis Donnerstag über den künftigen Chef entscheiden. Er ersetzt Dominique Strauss-Kahn, der sein Amt wegen eines Strafverfahrens niedergelegt hat. Dem Franzosen wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen sexuell genötigt zu haben. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

 

 

 

Von

rtr

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