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20.08.2014

16:34 Uhr

Ahmet Davutoglu

Treuer Erdogan-Fan wird Ministerpräsident

„Willkommen Herr Ministerpräsident“ – so wird Ahmet Davutoglu derzeit in türkischen Provinzen begrüßt. Nun soll er zum Premier aufrücken. Seinem Nachfolger hinterlässt der bisherige Außenminister eine Menge Arbeit.

Davutoglus „Null-Problem-Strategie“ ist gescheitert, die Türkei liegt im Dauerclinch mit Irak, Syrien, Israel und Ägypten. AFP

Davutoglus „Null-Problem-Strategie“ ist gescheitert, die Türkei liegt im Dauerclinch mit Irak, Syrien, Israel und Ägypten.

IstanbulBei Auftritten in der türkischen Provinz hat der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu neuerdings völlig neue Erlebnisse. Wie diese Woche im nordosttürkischen Artvin wird der 55-Jährige von Regierungsanhängern mit dem Ruf „Willkommen Herr Ministerpräsident“ begrüßt.

Obwohl die offizielle Bestätigung erst an diesem Donnerstag erfolgen soll, gilt es als ausgemacht: Davutoglu soll den ins Präsidentenamt wechselnden Recep Tayyip Erdogan als Chef der Regierungspartei AKP und als Premier beerben. Kommende Woche soll Davutoglu die beiden neuen Ämter antreten.

Der Politikprofessor aus dem zentralanatolischen Konya, der in seiner Schulzeit in Istanbul Deutsch lernte und es auch heute noch passabel spricht, wird mit dem Aufstieg für seine unbedingte Loyalität zu Erdogan belohnt. Davutoglu arbeitete mehrere Jahre als außenpolitischer Berater Erdogans, bevor er 2009 Außenminister wurde.

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Die Türkei ist sauer über die mögliche Spionage des BND, bemüht sich aber um eine gemäßigte Reaktion. Dabei muss es nicht bleiben. Denn noch hat sich Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nicht geäußert.

Davutoglus außenpolitische Vision passte gut zu Erdogans regionalpolitischen Ambitionen. Der designierte türkische Ministerpräsident brach mit der bis dahin vorherrschenden Sicht der Türkei als passive Brücke zwischen Ost und West und ersetzte sie durch die Vision von der Türkei als aktives eigenständiges Machtzentrum.

Die Devise lautete: Mit der Befriedung ihres Umfeldes durch eine „Null-Problem-Politik“ mit allen Nachbarstaaten, einer starken Wirtschaft und der Beilegung ihrer inneren Probleme wie dem Kurdenkonflikt habe die Türkei das Potenzial, zum Schlüsselland einer wichtigen Weltgegend zu werden.

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