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06.11.2015

15:47 Uhr

Airbus-Absturz über dem Sinai

Putin stoppt alle russischen Flüge nach Ägypten

Der Kreml folgt einer Empfehlung des Geheimdienstes und setzt alle Ägypten-Flüge aus. Zunächst müsse geklärt werden, wieso ein russischer Ferienflieger über dem Sinai abgestürzt. Andere Dienste gehen von einem Anschlag aus.

David Cameron zum Sinai-Absturz

„Bombenanschlag ist sehr wahrscheinlich“

David Cameron zum Sinai-Absturz: „Bombenanschlag ist sehr wahrscheinlich“

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MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hat die Aussetzung aller Flüge von Russland nach Ägypten angeordnet. Das teilte der Kreml am Freitag in Moskau mit. Zudem sollen die Behörden den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten organisieren. Behördenangaben zufolge befinden sich derzeit 45.000 Russen in Ägypten. Zuvor hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Suspendierung aller Ägypten-Flüge empfohlen, bis die Ursache für den Absturz der Passagiermaschine auf dem Sinai am vergangenen Samstag geklärt sei. Bei dem Absturz eines Airbus auf dem Weg vom ägyptischen Scharm el Scheich nach St. Petersburg waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen.

Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens gehen laut Medienberichten davon aus, dass eine an Bord geschmuggelte Bombe den Airbus-Absturz auf dem Sinai verursacht hat. Ein Passagier oder ein Flughafenmitarbeiter habe den Sprengsatz in der Maschine deponiert, berichtete die britische Zeitung „The Times“ unter Berufung auf abgefangene Gespräche zwischen Dschihadisten des Islamischen Staats (IS). Auch US-Präsident Barack Obama hält einen Bombenanschlag für möglich.

Die Agenten hätten die elektronische Kommunikation zwischen IS-Extremisten in Syrien und in Ägypten abgefangen, schrieb die „Times“ in ihrer Freitagsausgabe. „Der Ton und der Inhalt der Mitteilungen überzeugten die Experten, dass eine Bombe von einem Passagier oder von einem Mitglied des Flughafenpersonals an Bord gebracht wurde“, hieß es in dem Bericht, der keine Quellen für seine Informationen nennt. Nach Informationen der BBC gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass ein Verdächtiger mit Zugang zum Frachtraum die Bombe kurz vor dem Abflug der Maschine dort platziert habe.

Die schlimmsten Unglücke der russischen Luftfahrt

22. August 2006

170 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Pulkovo Airlines nahe Donezk in der Ukraine. Auf dem Flug von Anapa nach St. Petersburg versuchten die Piloten eine Gewitterfront zu überfliegen.

9. Juli 2006

125 Tote bei der Bruchlandung eines Airbus A310 der Gesellschaft Sibir in Irkutsk. Auslöser waren Pilotenfehler. 78 Menschen überleben.

4. Juli 2001

145 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M der Fluglinie Wladiwostokawia. Grund: Schlechte Sicht und Pilotenfehler beim Anflug auf Irkutsk.

3. Januar 1994

125 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Baikal Airlines nach dem Start von Irkutsk. Auslöser war ein brennendes Triebwerk.

Der britische Premierminister David Cameron hatte zuvor gesagt, es sei „mehr als wahrscheinlich“, dass der Airbus von einer Bombe zerstört worden sei, und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. US-Präsident Obama äußerte sich in einem Radio-Interview zurückhaltender: „Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass da eine Bombe an Bord war, und wir nehmen das sehr ernst.“

Die Maschine der russischen Fluggesellschaft Metrojet war am vergangenen Samstag kurz nach dem Start im ägyptischen Scharm el Scheich abgestürzt. Über die Ursache des Absturzes werden seither die verschiedensten Vermutungen angestellt. Der ägyptische IS-Ableger hatte am Mittwoch erneut erklärt, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Ägyptische und russische Behörden bezweifeln dies.

Kommentare (4)

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Herr Vinzi Queri

06.11.2015, 16:47 Uhr

>> Auch US-Präsident Barack Obama hält einen Bombenanschlag für möglich >>

Das hat so viel Aussagekraft wie bei dem Chinesen, bei dem ein Sack Reis umgefallen ist !


Herr Horst Kettler

06.11.2015, 17:03 Uhr

Und Ihre Aussagekraft???

Herr Vinzi Queri

06.11.2015, 17:08 Uhr

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