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02.02.2013

00:44 Uhr

Akademikerball

Umstrittener Ball in Wien löst heftige Proteste aus

Der von der rechten Partei FPÖ organisierte Akademikerball in Wien hat Tausende Demonstranten auf die Straße getrieben. Mehrere Personen wurden bei der Demonstration gegen Rechtsextremismus verletzt.

Die Polizei verhaftet einer der Demonstranten in Wiens Innenstadt. Reuters

Die Polizei verhaftet einer der Demonstranten in Wiens Innenstadt.

WienDie Demonstranten in Wien versuchten Besucher auf dem Weg zum Akademikerball in der Innenstadt zu behindern. Am Wiener Heldenplatz gab es eine große Kundgebung gegen Rechtsextremismus. Nach Schätzungen der Polizei waren rund 3000 Demonstranten unterwegs. Vier Personen wurden verletzt.

Der Akademikerball wurde am Freitagabend zum ersten Mal abgehalten. Er ist die Nachfolgeveranstaltung des Balles der Burschenschaften. Nach öffentlichen Protesten wurde die Veranstaltung im Vorjahr nicht mehr in der Hofburg zugelassen.

Damals fand der Ball am Holocaust-Gedenktag statt. FPÖ-Chef Heinz Christian Strache hatte dort für Wirbel gesorgt als er angesichts der Kundgebungen vor einem getarnten Journalisten sagte: „Wir sind die neuen Juden.“ Martin Graf, Mitglied der rechten FPÖ, hielt die Proteste am Freitag für politisches Mobbing mit Beteiligung eines „linksextremen Mobs“. Graf wurde vor der Hofburg auch von einem Farbbeutel der Demonstranten getroffen. Auf Twitter schrieb der Politiker danach, dass er „Angst um Leib und Leben“ hatte.

Kritiker sprachen hingegen von einem Treffen von Rechten und Rechtsextremen. Die Umbenennung des Balles sei bloßer „Etikettenschwindel“. Die Demonstrationen verliefen großteils friedlich. Einige Zufahrtsstraßen wurden von Aktivisten blockiert. Die genaue Zahl von Festnahmen verkündete die Polizei vorerst nicht.

Österreichische Medien berichtete von zwei bis 20 Festnahmen. Nach ersten Erkenntnissen wurden zwei Ballgäste und zwei Polizisten verletzt. Mit dabei waren auch linke Aktivisten aus Deutschland, die unter anderem mit Bussen aus Berlin, Dresden und Göttingen angereist waren.

Mit Vorwürfen wurden die Verantwortlichen der Hofburg im Vorfeld konfrontiert, die ihre Räumlichkeiten an den Akademikerball vermieteten. Die Hofburg rechtfertigte sich laut ORF damit, keine demokratisch gewählte Partei aus dem Haus ausladen zu können.

Von

dpa

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