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04.09.2011

14:47 Uhr

Aktenfunde

Tony Blair half Gaddafi-Sohn bei Doktorarbeit

Erstaunliche Kooperationen zwischen Tripolis und London: Über Jahre hielten die Geheimdienste engen Kontakt zur libyschen Regierung. Tony Blair griff einem Gaddafi-Sohn höchstpersönlich unter die Arme.

Seit an Seit: Tony Blair und Muammar al-Gaddafi bei einem Treffen nahe Tripolis im Jahr 2004. dapd

Seit an Seit: Tony Blair und Muammar al-Gaddafi bei einem Treffen nahe Tripolis im Jahr 2004.

LondonAuch der britische Inlandsgeheimdienst MI-5 soll eng mit dem Gaddafi-Regime zusammengearbeitet haben. Das gehe aus Dokumenten hervor, die in der verlassenen britischen Botschaft in Tripolis gefunden worden seien, berichtet die „Sunday Times“. So soll der MI-5 aus Libyen Informationen über inhaftierte Terrorverdächtige angefordert haben, die womöglich Folter ausgesetzt waren. Die Briten wiederum hätten Informationen über Gegner von Muammar al-Gaddafi geliefert, die im Königreich lebten.

Unter den Fundstücken ist der Zeitung zufolge auch ein Brief des früheren britischen Premierministers Tony Blair an den Gaddafi-Sohn Saif al-Islam aus dem Jahr 2007. Darin habe er diesem bei dessen Doktorarbeit geholfen. Der Brief beginne mit den Worten „Lieber Ingenieur Saif“ und sei unterzeichnet mit „die besten Wünsche, hochachtungsvoll, Tony Blair“.

Das Boulevardblatt „Daily Mail“ gab ebenfalls an, Papiere aus dem Fund gesehen zu haben. Daraus werde klar, dass Libyen Großbritannien unter großen Druck gesetzt habe, den Lockerbie-Bomber Abdel Bassit al-Megrahi freizulassen. Das Regime habe mit „schrecklichen Konsequenzen“ für die britisch-libyschen Beziehungen gedroht. Der Libyer ist als einziger für das Attentat auf ein US-Passagierflugzeug über dem schottischen Ort Lockerbie 1988 verurteilt worden, bei dem 270 Menschen starben. Er war vor rund zwei Jahren wegen einer Krebserkrankung begnadigt worden.

Die „New York Times“ hatte bereits am Samstag über Dokumente aus einer Geheimdienstzentrale in Tripolis berichtet, die zeigten, dass der US-Geheimdienst CIA und der britische Auslandsgeheimdienst MI-6 eng mit Gaddafis Regime zusammengearbeitet haben sollen. Der britische Außenminister William Hague hatte betont, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Geheimdienstfragen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Pendler

04.09.2011, 15:34 Uhr

Naja,

wie es sich bei den FM-Brüdern gehört
einer hilft dem anderen

Account gelöscht!

04.09.2011, 16:54 Uhr

Die westliche Welt, die sich die Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat, entpuppt sich immer mehr zu einer ekelhaften verlogenen Blase.
Die Bürger für dumm halten, Menschenrechte propagieren, aber selbst ohne jeden Skrupel sind, genau diese Menschenrechte mit Füßten zu treten, wenn es dem eigenen Profit dient.
Blair, Schröder und alle Nachfolger sind nicht einen einzigen Cent wert. Sie ahben weder Moral noch Anstand
An Heuchelei ist das nicht mehr zu überbieten.
Die westliche Welt steht an einem Scheidepukt und müßte völlig neu geordnet werden.
Es sind offenbar alle Grunwerte und jede Moral abhanden gekommen

Pendler

04.09.2011, 17:03 Uhr

Stimmt

unser Wertesystem ist im Keller
die westliche Welt hat das kollektive Bewusstsein von Würmern und Reptilien erreicht.

"Alle sind gleich"

- Keine Disziplin
- Keine Regeln
- der "Penner unter der Brücke" hat das gleiche Stimmrecht, wie ein CEO, der 100.000 Mitarbeiter lenkt.

Jedes System (Spiel) kann nur funktionieren, wenn es Struktur und Spielregeln hat. Und wer nichts für die Gemeinschaft tut (HARTZ-IV,...) hat auch kein Recht über die Geschicke des Staates mitzubestimmen.

Kein Wunder, dass die westliche Welt den Bach herunter geht.

Ganz anders, als ASIEN, wo man in mehr als 5000 Jahren gelernt hat, dass es NIE ohne Regeln geht.

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