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11.08.2015

07:36 Uhr

Aktienmarkt China

Chef der Börsenaufsicht muss um Job bangen

Chinas Börsenmarkt kriselt. Als Konsequenz will die kommunistische Regierung offenbar den Chef der Börsenaufsicht loswerden. Die Suche nach einem eventuellen Nachfolger für Xiao Gang hat sie bereits eingeleitet.

Wegen der Turbulenzen an der chinesischen Börse muss Xiao Gang, Chef der Börsenaufsicht, nun um seinen Job bangen. dpa

Börse in China

Wegen der Turbulenzen an der chinesischen Börse muss Xiao Gang, Chef der Börsenaufsicht, nun um seinen Job bangen.

SchanghaiDer Chef der chinesischen Börsenaufsicht könnte nach den jüngsten Marktturbulenzen bald seinen Posten verlieren. Die regierende kommunistische Partei der Volksrepublik habe die Suche nach einem eventuellen Nachfolger für Xiao Gang bereits eingeleitet, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag.

Der Manager steht wegen der Talfahrt an den Börsen in diesem Jahr unter Druck. Xiaos Amtszeit läuft regulär noch bis Ende 2018. Die Partei habe sich bereits mindestens drei Kandidaten angeschaut.

Warum in China die Börse abstürzt

Wie tief fallen die Kurse noch?

Am 27. Juli erlebte Chinas Börse den größten Tageseinbruch seit acht Jahren. Wie weit es noch nach unten geht, kann niemand sagen. Doch der Einbruch wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, wenn die Börsenaufsicht und die Zentralbank nicht neue Hilfen angekündigt hätten.

Welche Rolle spielt der Staat für die Entwicklung an den Börsen?

Indem die chinesische Regierung Privatanleger in Aktien drängt, versucht sie, das Finanzierungsproblem für Unternehmen zu lösen – und die Schwächen des Bankensektors zu vertuschen.

Welche Nachteile ergeben sich hieraus?

Einmal angefangen, kommt der Staat nun nicht mehr aus der Sache heraus: Damit die Strategie aufgeht, sich das Ersparte für Kleinanleger mehrt und Firmen an Geld kommen, müssen die Kurse oben bleiben. Einen Crash kann man sich schon wegen der Reputation im Grunde nicht leisten.

Warum greifen die staatlichen Maßnahmen nicht?

Die Hilfsprogramme der Regierung nutzen sich ab – oder besser: sie nützen nichts, wenn gleichzeitig immer mehr Anleger nicht mehr an die Börsen glauben.

Hat der Börsencrash in China Auswirkungen auf die Realwirtschaft?

Wenig. Der Aktienmarkt hat sich schon lange von der Realwirtschaft entkoppelt.

Wie hart trifft der Börsencrash die chinesischen Sparer?

Chinesen sind zwar emsige Sparer. Sie haben aber nur einen kleinen Teil ihres Geldes in Aktien investiert. Fünf Prozent der Ersparnisse stecken in Wertpapieren.

Welche deutschen Aktien geraten durch die Turbulenzen in China unter Druck?

Besonders exportorientierte deutsche Unternehmen. Für Volkswagen und Daimler ist China enorm wichtig. Auch Chemiekonzerne wie Bayer und BASF geraten unter Druck.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr an den Börsen der Welt?

Lange Zeit durften Ausländer nicht an Chinas Börsen handeln. Peking hatte seine Finanzmärkte weitgehend abgeschottet. Dadurch schlagen Turbulenzen in China nur sehr abgeschwächt auf internationale Börsen durch.

Welche Rollen spielen ausländische Anleger bei dem Börsen-Crash?

Seit den Turbulenzen ziehen viele internationale Anleger ihr Geld über die Börse in Hongkong wieder aus dem chinesischen Festland ab. Bis Wochenanfang waren auf diesem Weg bereits mehr als sechs Milliarden US-Dollar abgeflossen.

Die Behörden in China hatten Anfang August zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Kurse ergriffen und strengere Regeln für Leerverkäufe eingeführt, um sich gegen den zuletzt fluchtartigen Rückzug heimischer Aktionäre zu stemmen.

Von

rtr

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