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17.09.2012

09:39 Uhr

Aktivisten in New York

Occupy bäumt sich nochmal auf

VonNils Rüdel

Mit dem Abbau ihrer Zeltstädte war die Occupy-Bewegung aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Jetzt ist sie wieder da: Zum ersten Jahrestag wollen Aktivisten heute in New York unter anderem die Börse blockieren.

Am Wochenende haben se noch einmal demonstriert: die Occupy-Bewegung. Auch heut werden sie noch einmal protestieren. Reuters

Am Wochenende haben se noch einmal demonstriert: die Occupy-Bewegung. Auch heut werden sie noch einmal protestieren.

New YorkMonatelang war der Zuccotti Park im New Yorker Finanzdistrikt wieder das, wofür er einst gebaut worden war: ein vielleicht 100 mal 30 Meter schmaler Ruheplatz aus Granit und Bäumen. Ein Platz für Banker in Maßanzügen, Bauarbeiter vom World Trade Center nebenan oder Touristen mit Burger-King-Tüten – nichts erinnerte mehr daran, dass dieser Ort im vergangenen Herbst das Zentrum der weltweiten Bewegung Occupy Wall Street war. Eine Zeltstadt mit Küche, Bibliothek und eigener Energieversorgung, geräumt und gesäubert im vergangenen November von der New Yorker Polizei.

Seit dem Wochenende nun gehören sie wieder zum Stadtbild in Lower Manhattan: Beamte in Mannschaftsstärke, Absperrgitter und Beobachtungsposten. Die Occupy-Bewegung feiert am heutigen Montag ihr einjähriges Jubiläum. Und diesmal will sich die Polizei, anders als am 17. September 2011, als Hunderte Demonstranten durchs Finanzdistrik zogen, nicht noch einmal überrumpeln lassen.

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„Oh mein Gott, es ist Occupy Wall Streets zweites Jahr!“, steht auf einem Plakat, das Robert Reis stolz vor sich herträgt (abgekürzt: „OMG, it`s OWS`year two!“). Es ist ein warmer, sonniger Samstagnachmittag, Reis und ein paar Hunderte Occupy-Aktivisten haben sich auf dem nahe gelegenen Washington Square versammelt. Sie malen Plakate, trommeln, diskutieren, verteilen Flugblätter an Passanten. Alles zur Vorbereitung auf das große Jubiläum am heutigen Montag. „Wir zeigen, dass die Bewegung noch lebt“, sagt der Mittfünfziger, der nach eigenen Angaben schon in den ersten Stunden vergangenes Jahr dabei war.

Ein mutige Aussage, war es doch in den vergangenen Monaten ziemlich still um Occupy geworden. Im September und Oktober vergangenen Jahres hatten Aktivisten noch Plätze in allen größeten US-Städten und auf der ganzen Welt besetzt. Der Schlachtruf „Wir sind die 99 Prozent“ beherrschte die Schlagzeilen ebenso wie Kapitalismuskritik die Feuilletons, Politiker bis hin zu US-Präsident Barack Obama sahen sich gezwungen, die Bewegung wahrzunehmen und dazu Stellung zu nehmen.

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Kommentare (1)

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17.09.2012, 13:02 Uhr

Wir brauchen mehr Menschen, die den Hintern hochbekommen und sich gegen die Schuldsklaverei wehren!

Ganz Europa soll sparen, so unsere Politiker - für WEN ?

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