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17.04.2015

11:24 Uhr

Al-Qaida

Mutmaßliche Extremisten im Jemen getötet

Bei einem Drohnenangriff im Süden Jemens sind zwei mutmaßliche Al-Qaida-Extremisten getötet worden. Nach Angaben von Stammesangehörigen sei ihr Fahrzeug von einer US-Drohne attackiert worden.

Wie auch in Saada im Nordwesten tobt in dem Land ein Krieg. Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz Luftangriffe im Jemen. Reuters

Zerstörung im Jemen

Wie auch in Saada im Nordwesten tobt in dem Land ein Krieg. Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz Luftangriffe im Jemen.

AdenBei einem Drohnenangriff im Jemen sind zwei mutmaßliche Al-Qaida-Extremisten getötet worden. Ihr Fahrzeug sei in der Nacht zum Freitag in der südlichen Provinz Schabwa vermutlich von einer US-Drohne attackiert worden, teilten Stammesangehörige mit. Die Getöteten gehörten demnach dem Netzwerk Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (Aqap) an.

Schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Soldaten liefern sich im Jemen seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die Hafenstadt Aden im Süden des Landes floh. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat um militärische Hilfe. Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz Luftangriffe im Jemen.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Wegen der eskalierenden Gewalt hatten die USA im März Soldaten und die letzten Diplomaten aus dem Jemen abgezogen. Washington kündigte aber an, weiter gegen die Bedrohung durch Extremisten im Land vorzugehen. Bereits am Dienstag hatte der Al-Qaida-Ableger Aqap mitgeteilt, dass einer seiner Chefideologen bei einem US-Drohnenangriff im Südosten des Jemen getötet worden sei. Scheich Ibrahim al-Rubaisch war für Hasspredigten gegen den Westen bekannt. Insgesamt waren bei dem Angriff sechs Menschen getötet worden.

Von

afp

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