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07.05.2012

20:15 Uhr

Al-Walid bin Talal Al-Saud

Saudischer Prinz drängt auf Reformen

VonRolf Benders, Mathias Brüggmann

ExklusivDer saudische Großinvestor Prinz Al-Walid bin Talal Al-Saud hat sich für freie Wahlen und die Gleichstellung von Mann und Frau in der arabischen Welt ausgesprochen.

„Warren Buffet Arabiens“: Prinz Al-Walid bin Talal Al-Saud. AFP

„Warren Buffet Arabiens“: Prinz Al-Walid bin Talal Al-Saud.

„Die Menschen müssen ihre Parlamente wählen können. Und dann müssen die Parlamente auch wirklich das Sagen haben“, forderte Al-Walid im Interview mit dem „Handelsblatt“ Wahlen auch im Königreich Saudi-Arabien. Al-Walid ist Mitglied des saudischen Königshauses. Zudem verlangte er „Freiheit und Gleichheit“ in seiner Heimat. Es reiche nicht, so Al-Walid, nur mit sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen auf die Umbrüche in der arabischen Welt zu reagieren.

Al-Walid, der laut dem US-Magazin „Forbes“ mit 18 Milliarden Dollar zu den 30 reichsten Männern gehört und derzeit in der saudischen Hafenstadt Dschidda mit dem „Kingdom Tower“ das höchste Gebäude der Welt bauen lässt, hat selbst bereits die Frauenförderung umgesetzt: Fast drei Viertel seiner Angestellten sind saudische Frauen - inklusive der ersten arabischen Pilotin.

Europa macht der wichtigste arabische Investor derzeit aber wenig Hoffnung: Prinz Al-Walid sieht zwar große Reformanstrengungen auf dem alten Kontinent. Doch für seine Investments hier sei es noch zu früh: „Einige Dinge sind jetzt billig. Aber sie könnten noch billiger werden. Die Krise ist noch nicht vorbei. Es gibt keine Eile“, sagte Al-Walid.

Ihm gehören 95 Prozent der an der Börse von Riad notierten Kingdom Holding. Sie ist der größte Einzelaktionär bei der US-Großbank Citigroup und bei anderen amerikanischen Firmen stark investiert. Für die Ablehnung des Millionen-Gehalts des  CEO von Citigroup, Vikram Pandit,  äußerte Al-Walid Verständnis: „Das war eine politische Botschaft. Das, was Vikram bekommt, ist nicht so viel, dass es der Firma den Hals bricht. Aber es ist eine Botschaft von Aktionären, dass wir frustriert sind. Und es muss eine Beziehungen geben zwischen dem Nettoergebnis einer Bank und dem, was jedes Mitglied des Managements bekommt.“

Zugleich gönne er Vikram Pandit aber die Millionen: „Ich persönlich bin der Ansicht, er verdient es“, sagte Al-Walid. Pandit soll für 2011 insgesamt ein Gehalt von 15 Millionen Dollar erhalten. Auf der Hauptversammlung der Bank Mitte April hatte aber eine Mehrheit von 55 Prozent der Aktionäre gegen die Bezahlung des Managements und damit auch Pandits gestimmt. Al-Walid gilt wegen seiner zahlreichen Investments als der „Warren Buffet Arabiens“.

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Kommentare (3)

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Account gelöscht!

07.05.2012, 20:32 Uhr

Hat der Saudische Prinz angst, dass sein Volk sich gegen das Königreich erhebt?

Account gelöscht!

07.05.2012, 21:05 Uhr

Bestimmt nicht. Das was hier zu lesen ist, das ist eine Meinung welche er schon seit sehr langer Zeit, auch öffentlich, vertritt.

icke

07.05.2012, 22:56 Uhr

Lieber Scheich,
bitte kaufe Anteile von Hertha BSC und schmeiße die Nichtskönner im Management raus.
Dein Christof

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