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04.03.2016

03:32 Uhr

Aleppo

Regierungstruppen blockieren Hilfskonvois

Hilfsorganisationen berichten, mit der Waffenruhe in Syrien hätten die Angriffe auf Zivilisten deutlich abgenommen. Doch in Aleppo mehren sich Angriffe auf die Zugangsstraße.

Mädchen beim Wasserholen in Aleppo: Wasserknappheit belastet die Bewohner der belagerten syrischen Stadt. AFP; Files; Francois Guillot

Aleppo

Mädchen beim Wasserholen in Aleppo: Wasserknappheit belastet die Bewohner der belagerten syrischen Stadt.

WashingtonDie belagerte syrische Großstadt Aleppo könnte nach Einschätzung von Hilfsorganisationen zum "nächsten Srebrenica" werden. "Gerade wurde die einzige Straße von der Türkei nach Aleppo vollständig abgeschnitten", sagte der Arzt Zaher Sahloul von der Hilfsorganisation Syrian American Medical Society am Donnerstag in Washington.

"Aleppo wird das nächste Srebrenica werden", hob er mit Blick auf die bosnische Stadt hervor, in der 1995 mehr als 8000 muslimische Jungen und Männer von bosnischen Serben ermordet worden waren.

Die Hilfsorganisationen kritisierten, dass seit dem Beginn der Feuerpause in Syrien am Samstag zwar die Angriffe auf Zivilisten deutlich abgenommen hätten, die Regierungstruppen aber noch immer keine Hilfskonvois durchließen. Es drohe der Stadt ein ähnliches Schicksal wie anderen belagerten Städten.

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Die ersten von insgesamt 50 Lastwagen mit Hilfsgütern sind in dem vom syrischen Regime eingekesselten Ort Muadamija südwestlich der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Mehr als 150.000 Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Neal Keny-Guyer von der Hilfsorganisation Mercy Corps sagte, am Mittwoch habe es fünf Angriffe auf den Hauptzugang zu Aleppo gegeben. Seit Montag sei die Hauptstraße immer wieder geschlossen worden. Die Regierungstruppen hatten im Februar mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine Großoffensive auf Aleppo begonnen, die seit dem Sommer 2012 zwischen Regierung und Rebellen geteilt ist.

Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premier David Cameron riefen am Donnerstag in Paris die syrische Regierung und Russland auf, den "Marsch auf Aleppo" zu stoppen. Sahloul warnte, es gebe Hinweise, dass die Regierung versuche, die aktuelle Situation auszunutzen, um weitere umkämpfte Gebiete nördlich von Aleppo, in Latakia und im Norden von Homs unter ihre Kontrolle zu bringen.

Von

afp

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