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03.12.2016

16:53 Uhr

Aleppo

Syrische Rebellen verlieren weiter an Boden

Oppositionsberichten zufolge drängt die syrische Armee die Rebellen in Aleppo weiterhin zurück. Die Regierung beherrscht nun 60 Prozent von Ost-Aleppo. Das Ende des Syrien-Kriegs ist damit aber noch lange nicht erreicht.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

BeirutIn der umkämpften syrischen Metropole Aleppo werden die Rebellen Oppositionsangaben zufolge immer weiter zurückgedrängt. Die syrische Armee habe mittlerweile 60 Prozent des bislang von den Aufständischen kontrollierten Gebiets im Osten der Stadt zurückerobert, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit. Ein Augenzeuge berichtete von anhaltenden Kämpfen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Russland sei bereit, mit den USA über einen Abzug der verbliebenen Rebellen in Aleppo zu verhandeln. Ein Rebellensprecher lehnte dies ab. Die Rebellenkommandeure in Aleppo hätten ihm gesagt, sie würden die Stadt nicht verlassen und sich ergeben. Für Zivilisten könnten allerdings Korridore eingerichtet werden, über die sie die belagerte Stadt verlassen könnten.

Angesichts der immer aussichtsloseren Lage der Menschen im umkämpften Aleppo ist der internationale Druck auf die syrische und russische Regierung gestiegen, die Angriffe zumindest für die Lieferung von Hilfsgütern zu unterbrechen. Darüber verhandeln Vertreter Russlands und der Rebellen in der Türkei. Ein hochrangiger Oppositionsvertreter warf Russland allerdings vor, dies nicht ernsthaft zu verfolgen und bei den seit zwei Wochen laufenden Gesprächen auf Zeit zu spielen.

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura sagte am Samstag in Rom, er hoffe auf darauf, dass irgendeine Möglichkeit gefunden werde, eine schreckliche Schlacht zu vermeiden.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte die Führungen Syriens und Russlands, eine vollständige Einnahme Aleppos bedeute noch nicht das Ende des Syrien-Kriegs. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich am Dienstag ähnlich geäußert.

Aleppo ist das wichtigste verbliebene städtische Zentrum der Rebellen. Seit der von russischen Kampfflugzeugen unterstützten Militäroffensive des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sind Zehntausende Menschen aus der Stadt geflohen, in der die Lebensmittel- und medizinische Versorgung weitgehend zusammengebrochen ist. Nach Schätzung de Misturas harren noch über 100.000 Menschen in den von Rebellen kontrollierten Stadtteilen aus.

Von

rtr

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