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02.12.2016

17:12 Uhr

Aleppo

Türkei fordert sofortige Waffenpause in Syrien

Damit die vielen Zivilisten in Aleppo versorgt werden können, plädiert die türkische Regierung für eine sofortige Waffenruhe. Außerdem lässt Außenminister Cavusoglu kein gutes Haar am syrischen Machthaber.

Die Zivilbevölkerung in Aleppo benötigt Hilfe, die die Türkei mittels einer Waffenpause leisten will. AFP; Files; Francois Guillot

Syrien-Konflikt

Die Zivilbevölkerung in Aleppo benötigt Hilfe, die die Türkei mittels einer Waffenpause leisten will.

BeirutDie türkische Regierung setzt sich wegen der schwierigen Lage der Zivilbevölkerung in Aleppo für eine sofortige Waffenruhe in Syrien ein. Außenminister Mevlüt Cavusoglu forderte am Freitag im libanesischen Beirut außerdem eine Ablösung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Dieser sei für 600.000 Tote verantwortlich und dürfe das Land nicht weiter führen.

Der Nato-Staat Türkei ist einer der wichtigsten Unterstützer der Rebellen in Syrien. Diese stehen in Ost-Aleppo seit Tagen unter schwerem Beschuss von Assads Truppen, die von Russland und vom Iran militärisch unterstützt werden.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Von

rtr

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