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17.04.2015

16:07 Uhr

Ali Abdullah Saleh

Jemens Ex-Machthaber denkt nicht an Rückzug

Ali Abdullah Saleh hat 33 Jahre lang den Jemen regiert. Heute kämpft der Ex-Präsident mit Soldaten, die noch loyal zu ihm stehen, an der Seite der Huthi-Rebellen. Trotz militärischen Drucks will er nicht nachgeben.

Die Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Sie werden unterstützt von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh. dpa

Huthi-Rebelln

Die Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Sie werden unterstützt von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh.

Aden/GenfDer mit den Huthi-Rebellen verbündete ehemalige jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh will trotz des militärischen Drucks von Saudi-Arabien gegen die Aufständischen nicht nachgeben. Er dementierte am Freitag arabische Medienberichte, wonach er sich um einen gesicherten Rückzug bemühe. „Ich bin nicht der Typ, der nach einem Ort zum Leben in Dschidda, Paris oder Europa Ausschau hält“, heißt es auf der Facebook-Seite des Ex-Machthabers.

„Die Person, die zu Ali Abdullah Saleh sagen kann, 'Verlass Dein Land', ist noch nicht geboren – und wird auch nie geboren.“ Zuletzt war spekuliert worden, Saleh könnte angesichts der anhaltenden Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Allianz sunnitischer Staaten zugunsten des von der UN anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi einen politischen Handel anstreben, der ihm und seiner Familie Schutz gewährt.

Mit einem Rückzug Salehs würde eine der zentralen Figuren im Jemen-Konflikt die Bühne räumen. Saleh hatte das Land 33 Jahre lang beherrscht, bevor er im Zuge des Arabischen Frühlings 2012 den Präsidentenposten räumen musste. Schon damals wurde ihm Immunität zugesichert. Er blieb de facto eine der einflussreichsten Personen im Jemen und avancierte zu einem der schärfsten Kritiker seines Nachfolgers Hadi.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Armee-Einheiten, die noch loyal zu ihm stehen, kämpfen an der Seite der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Diese haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Hadi hat sich ins benachbarte Saudi-Arabien abgesetzt.

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