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24.01.2005

08:54 Uhr

Allawi bleibt hart

Zehn Verletzte durch Autobombe in Bagdad

Eine Autobombe hat am Montagmorgen in der Nähe des Sitzes der Partei des irakischen Übergangsministerpräsidenten Ijad Allawi in Bagdad mindestens zehn Menschen verletzt. Dies bestätigte das irakische Gesundheitsministerium. Nach Augenzeugenberichten explodierte die Bombe am äußeren Kontrollpunkt der Straße, die zum Hauptquartier von Allawis Irakischem Nationalen Konsens (INA) führt. Mitarbeiter der Partei wurden nach INA-Angaben bei dem Anschlag nicht verletzt.

HB BAGDAD. Allawi sei nicht in der Nähe gewesen, als der Sprengsatz explodierte, sagten Mitarbeiter seines Büros. Dem Gesundheitsministerium zufolge waren drei Zivilisten unter den Verletzten. Sieben der Opfer seien Polizisten, hieß es. Aufständische gegen die US-geführten Gruppen und die von den USA gestützte Übergangsregierung haben ihre Anschläge in den vergangenen Wochen verstärkt. Der Al-Kaida-Verbündete Abu Mussab al-Sarkaui drohte den Irakern jüngst sogar einen regelrechten Krieg zu den für Sonntag geplanten Wahlen an. Die Explosion im Westen der Stadt war im ganzen Zentrum zu hören. Dichter Rauch stieg über den Dächern auf. Irakische und US-Truppen riegelten das Gebiet ab und setzten Hubschrauber ein.

Allawi hat bekräftigt, alles zu tun, um die 5 000 Wahllokale am kommenden Wochenende „gegen die teuflischen Kräfte, die entschlossen sind, dem Irak zu schaden“, zu schützen. Al-Sarkawi erklärte am vergangenen Sonntag: „Wir haben gegen das demokratische Prinzip und alle, die es durchsetzen wollen, einen erbitterten Krieg erklärt.“ Seine Gruppe verübt fast täglich Anschläge, hat wiederholt Politiker ermordet und ausländische Geiseln enthauptet. Sie gilt als Speerspitze der irakischen Aufständischen, die sich auf die sunnitischen Gebiete westlich und nördlich von Bagdad konzentrieren. Wegen der Gewalt haben viele Sunniten einen Aufschub der ersten Wahlen seit dem Sturz von Präsident Saddam Hussein gefordert. Dies lehnt Allawi ab.

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