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10.04.2014

23:41 Uhr

Alternative zu Russland

Ungarn will Ukraine mit Gaslieferungen aushelfen

Der russische Präsident Putin will der Ukraine Gas nur noch gegen Vorkasse liefern. Die USA finden, damit missbrauche Russland Gaslieferungen als Machtmittel. Diesen Schachzug könnte ein Angebot aus Ungarn durchkreuzen.

Putin droht Europa

Wird der Erdgas-Transport bald gekappt?

Putin droht Europa: Wird der Erdgas-Transport bald gekappt?

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Budapest/WashingtonUngarn will der Ukraine mit Erdgaslieferungen beispringen. Technisch seien dafür die Voraussetzungen geschaffen, sagte Außenminister Janos Martonyi am Donnerstag in Budapest. Ungarn deckt seinen Gasbedarf überwiegend mit Lieferungen aus Russland, die über die Ukraine in das EU-Mitgliedsland gepumpt werden.

Es sei nun auch möglich, das Gas in umgekehrter Richtung über die Pipeline von Ungarn in die benachbarte Ukraine zu transportieren, sagte Martonyi. Er fügte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur MTI hinzu, dass Ungarn die territoriale Einheit der Ukraine unterstütze und die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation für illegal halte.

Russlands Argumente stoßen in den USA auf Kritik

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor angekündigt, die Lieferungen an die Ukraine wegen hoher Zahlungsrückstände mit sofortiger Wirkung auf Vorkasse umgestellt würden. Er sei sich bewusst, das dies eine "extreme Maßnahme" sei. Denn es bestehe das Risiko, dass die Ukraine für den Herbst und Winter nicht mehr ausreichend Gas erhalten könne. Zudem könnte es sein, dass die Ukraine deshalb Gas abzapfen werde, das eigentlich für die westeuropäischen Kunden vorgesehen sei.

Ungarn im Steckbrief

Einwohner

9,9 Millionen Fläche: 93 030 qkm, etwas größer als Bayern und Hessen zusammen.

Hauptstadt

Budapest, etwa 1,73 Millionen Einwohner.

Regierungschef

Ministerpräsident Viktor Orban ist seit 2010 Ungarns Regierungschef.

Arbeitslosenquote

2013: 10,2 Prozent Jugendarbeitslosigkeit (15-24). 2012 waren es 28,1 Prozent.

Rohstoffe

Bauxit, Kohle und Erdgas.

Handelspartner

Zu den wichtigsten Handelspartnern gehören Deutschland, Russland, Österreich und China.

Die USA kritisierten Russland wegen dieser Maßnahmen scharf. Sie werfen Russlands Präsident Wladimir Putin vor, Gaslieferungen als Machtmittel missbrauchen zu wollen. „Wir verurteilen die russischen Versuche, Energie als ein Zwangsmittel gegen die Ukraine zu nutzen“, sagte die Sprecherin im Außenamt in Washington, Jen Psaki.

Ähnlich äußerte sich das Weiße Haus. Es sei „völlig unangemessen, Energieexporte einzusetzen, um diplomatische oder geopolitische Ziele zu erreichen“, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Donnerstag. Dies habe man gegenüber Moskau deutlich gemacht.

Putin informiert EU über Gasschulden der Ukraine

Putin hatte mehrere Staats- und Regierungschefs der EU über die kritische Lage in der Ukraine wegen wachsender Gasschulden bei Russland informiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin habe in einem Brief vor den Folgen für den Gastransit gewarnt und zugleich einen Dialog für eine Krisenlösung vorgeschlagen. Erst in den vergangenen Tagen hatte Gazprom den Gaspreis für das Nachbarland um 80 Prozent auf 485 Dollar je 1000 Kubikmeter angehoben.

Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Russland der Ukraine zuletzt 2009 das Gas zeitweilig abgestellt, was auch zu Lieferengpässen in der EU geführt hatte. Zudem hatte Moskau im Zuge der Spannungen mit Kiew jüngst die Preise für die Ukraine erhöht. Experten halten einen neuen Gas-Konflikt für möglich. Die Ukraine deckt rund die Hälfte ihres Erdgasbedarfs mit russischen Importen.

Kommentare (3)

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11.04.2014, 09:12 Uhr

Die USA hält Wirtschafts Sanktionen für nicht angemessen. Was machen die USA seit über 40 Jahren mit Cuba?
Sicher benutzt Russland die Gaslieferungen als Druckmittel. Für mich ist es allerdings absolut verständlich bei der Hetze und dem kriminellen Verhalten der sogenannten Übergangs Regierung in Kiew. Ich würde sogar sagen das es mehr als angemessen ist, wenn man die Milliarden Schulden der Ukraine betrachtet. Bisher wurde von Seiten der Ukraine auch kein Vorschlag gemacht die Schulden irgend wie abzubauen. Wollen sie auf Grund der "Freundschaft" das Gas geschenkt bekommen? Ich denke die USA werden ihre Rohstoffe ebenfalls nicht verschenken wollen.

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11.04.2014, 10:29 Uhr

Natürlich verschenken die USA teile Ihre Rohstoffe anfänglich kostenlos, meist in Form von Hightech Materialien in der Außenhülle und Sprengstoff im Kern. Mal im Ernst, über den IWF wickelt die USA Ihre Kredite ab und fordert selbstverständlich Gegenleistungen von der Gläubigernation und das endet dann meistens mit einem katastrophalen Niedergang des entsprechenden Landes. Die Ukraine hat sich dem Henker über die Helfershelfer der Umstürzler ausgeliefert und wird jetzt entsprechend behandelt werden und die Helfershelfer erhalten Ihren Verräterlohn.

Account gelöscht!

11.04.2014, 11:26 Uhr

Nun, die UA hat bereits Vorkasse an die US-Amerikaner gezahlt: vor ca. 1 Monat wurden die gesamten Goldreserven der UA in die USA gebracht - ein Schelm, der Böses dabei denkt! Allerdings - bisher hat der Westen nur gelabert - wo bleiben denn die Finanzspritzen? (Nicht, dass ich scharf drauf wäre, den westlich inszenierten faschistischen Putsch auch noch mit dt. Steuergeldern finanzieren zu wollen - aber unsere Politamateuer sind, wie schon bei der Orangenen Revolution, inkonsequent und lassen die Ukrainer nun in ihrem Elend allein.) Man darf gespannt sein, wie's weitergeht ...

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