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11.08.2012

04:25 Uhr

Altersarmut

Streit um verarmte Rentner geht weiter

In den nächsten knapp zwei Jahrzehnten wird die Zahl verarmter Rentner auf über eine Million anwachsen. Doch das Konzept dagegen von Bundesarbeitsministerin von der Leyen sei „nicht zu machen“, sagen ihre Gegner.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erntete Kritik für ihr Gesetzespaket gegen Altersarmut. dpa

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erntete Kritik für ihr Gesetzespaket gegen Altersarmut.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat ihre Pläne zur Vermeidung von Altersarmut verteidigt. „Ohne Zuschussrente würden wir dann jedes Jahr zigtausende Menschen nach einem Arbeitsleben voller Fleiß und Beitragszahlung direkt zum Sozialamt schicken, weil ihre Rente zum Leben nicht reicht“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung.

Ihre Vorschläge seien mit Finanzminister Schäuble durchgerechnet, so von der Leyen - „wir sind uns einig“. Was der Finanzminister im Haushalt bei der Grundsicherung für Rentner spare, fließe in die Finanzierung der Zuschussrente.

Der Wirtschaftsflügel der Union lehnt die Pläne von der Leyens jedoch ab. „Frau von der Leyen weiß, dass die Pläne für eine Zuschussrente mit der FDP so nicht zu machen sind - aber auch nicht mit dem Wirtschaftsflügel der Union, den ich zu vertreten habe“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), der „Passauer Neuen Presse“.

DGB-Kritik: Von der Leyens Rentenpläne provozieren Altersarmut

DGB-Kritik

Neue Rentenpläne provozieren Altersarmut

Die Kritik zeigt: Die Arbeitsministerin wird für ihr Konzept kämpfen müssen.

Wer wenig einzahle, erhielte nach den Plänen für eine Zuschussrente für Geringverdiener von bis zu 850 Euro im Monat mehr aus der Rentenkasse. „Das ist nicht gerecht und leert die Rentenkasse zusätzlich.“

Von der Leyen wies dagegen auf die sich abzeichnende rasche Zunahme der Altersarmut hin. Noch sei diese „nur ein kleines Problem“. Aber: „2014 wären es schon 90 000 Menschen, 2030 bereits 1,3 Millionen.“ Von der Leyen will dem Bericht zufolge mit der Zuschuss-Rente auch Missbrauch vorbeugen: „Eine Floristin wird nach 35 Jahren Vollzeitarbeit keine Rente erreichen, von der sie leben kann, und muss am Ende zum Amt wie jemand, der in der Zeit auf der faulen Haut gelegen hat. Das ist ungerecht. Irgendwann wird sie sich fragen: Warum nicht gleich schwarz arbeiten und auf private Vorsorge verzichten?“

Kommentare (36)

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itstk

11.08.2012, 07:06 Uhr

von der Leyen?

Das ist doch die oberste Drahtzieherin jener Behörde, die sich im täglichen Leben nicht zu schade ist, eine HartzIV-Empfängerin wegen 20 Cent durch alle Instanzen bis vor's Bundessozialgericht zu jagen!

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_45371575

(Siehe Absatz 2 des Artikels)

Die schon heute immer weiter um sich greifende Altersarmut ist nichts weiter als die staatliche Zeche der Regierung für ihre systematische Legalisierung prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

Und nachdem inzwischen offenbar auch im Floristengewerbe angekommen ist, daß weder das Blühmsche "Die Renten sind sicher" noch Riester/Rürup daran etwas ändern werden, muß jetzt eben ein neues Hütchenspiel her, um die Laufrad-Hamster bei Laune zu halten.

Account gelöscht!

11.08.2012, 07:24 Uhr

Wenn wir die massiven Einsparmöglichkeiten beim Staat nutzen, läßt sich damit auch die Altersarmut bekämpfen. Der Staat schöpft heute mehr als 50% des Bruttosozialprodukts ab und finanziert damit einen Schildbürgerstreich nach dem nächsten wie bspw. die Energeiwende, die de facto eine gigantische Geldvernichtungsmaschine darstellt. Der Anteil des Staates am BIP muß wieder runter auf max. 15%. Dann bleibt den Bürgern wieder Geld zum Leben und der Wirtschaft Geld zum Investieren.

Account gelöscht!

11.08.2012, 07:29 Uhr

Ich glaube, Deutschland wird noch soziale Unruhen sehen.
Man kann nicht einerseits Minijobs forcieren, die bekanntlich ja fast keine Sozialabgaben leisten, und diese Menschen dann in die Alterarmut schicken.

Bedenklich ist auch, wie wir mit der Automatisierung umgehen, die massenweise Beitragzahler weg rationalisiert. Hier müssen die Betriebe einen Teil der Wertschöpfung abführen.

Grundsätzlich werden jedes Jahr Milliarden verpulvert und der Staat spart nicht. Zum Beispiel Abschaffung von 50% der Bundesländer ist schon lange überfällig. Die Eurorettung, Entwicklungshilfe, Militär, Steuersubventionen, Trennung Rente und Pension usw.
Das gesamte System muss überdacht werden.

Wenn die Politik dieses jetzt nicht aufgreift, werden es die Bürger tun und sich holen, was ihnen zusteht. Da hilft auch kein Rürup mehr, um Sand in die Augen zu streuen.

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