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23.01.2005

18:03 Uhr

Am Montag Reise nach Russland

Juschtschenko will Ukraine in die EU führen

Der liberale Politiker Viktor Juschtschenko hat am Sonntag seinen Amtseid als neuer Präsident der Ukraine abgelegt und eine Westintegration des Landes in Aussicht gestellt. Mit der Vereidigung des 50-jährigen bisherigen Oppositionsführers am Sonntag im Parlament in Kiew endete für die Ukraine ein monatelanger Wahlstreit. Auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Schauplatz der friedlichen „Orange Revolution“, versprach Juschtschenko vor einer halben Million Menschen eine tief greifende Demokratisierung des Landes.

HB KIEW. „Unser Platz ist in der Europäischen Union“, rief Juschtschenko am Sonntag unmittelbar nach seiner Amtseinführung zehntausenden Anhängern zu. Er steht vor der schwierigen Aufgabe, das zwischen pro-westlichen und pro-russischen Kräften gespaltetene Land enger in westliche Strukturen einzubinden und gleichzeitig dem bisher engsten Partner Russland nicht vor den Kopf zu stoßen. Die erste Auslandsreise führt den neuen ukrainischen Präsidenten am Montag nach Russland, das im Wahlkampf Juschtschenkos Konkurrenten um das Präsidentenamt, Viktor Janukowitsch, unterstützt hatte. In einem Gespräch mit dem scheidenden US-Außenminister Colin Powell sagte Juschtschenko, er sei froh, dass er zu einer Zeit lebe, „in der der ukrainische Präsident nicht in Moskau, nicht in Washington, sondern in der Ukraine gewählt wird“.

Mit der Vereidigung geht in der Ukraine eine Phase der politischen Unsicherheit zu Ende. Viele Menschen in der früheren Sowjetrepublik sehen Juschtschenko als Hoffnungsträger für einen politischen Neuanfang, nachdem die Amtszeit seines Vorgängers Leonid Kutschma von Skandalen und Korruptionsvorwürfen begleitet worden war. „Wir haben ein einziges Ziel“, sagte Juschtschenko nach Ablegen des Amtseides. „Eine demokratische und florierende Ukraine.“

An der Amtseinführung im ukrainischen Parlament nahmen auch zahlreiche Vertreter aus dem Ausland teil, darunter der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski und die Staatsoberhäupter weiterer früherer kommunistischer Staaten. Powell sicherte Juschtschenko die „volle Unterstützung der amerikanischen Regierung und des amerikanischen Volkes“ zu. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erklärte in Kiew: „Heute findet die orangene Revolution ihren Abschluss“. Deutschland habe die Entwicklung in dem Nachbarland der EU mit viel Aufmerksamkeit und Sympathie verfolgt.

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