Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2015

11:28 Uhr

Amerika-Gipfel mit Kuba und USA

Warten auf den historischen Handschlag

VonKlaus Ehringfeld

Kurz vor Start des Amerika-Gipfels gehen die USA und Kuba nach mehr als 50 Jahren politischer Eiszeit aufeinander zu. Doch ein anderer Staat macht Ärger. Statt des lang erwarteten Händedrucks fliegen die Fäuste.

Annäherung zwischen USA und Kuba

Reichen sich Obama und Castro auch die Hände?

Annäherung zwischen USA und Kuba: Reichen sich Obama und Castro auch die Hände?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Panama-StadtZuerst waren die Außenminister dran. John Kerry und Bruno Rodríguez setzten die historische Annährung zwischen Kuba und den USA schon vor Beginn des Amerika-Gipfels in Panama fort. Sie trafen sich am Donnerstagabend zu einem Meinungsaustausch in einem Hotel. Es war das erste bilaterale Gespräch seit 1958 zwischen zwei Außenmistern der beiden bis vor kurzem verfeindeten Staaten. Was gesprochen wurde, drang nicht nach draußen.

Das zweitägige Treffen findet eine bisher unbekannte mediale Aufmerksamkeit. Mehr als 2000 Journalisten aus der ganzen Welt berichten von dem Gipfel. Die Sicherheitsmaßnahmen sind drastisch. Polizei und Militär patrouillieren die Straßen der panamaischen Hauptstadt, Teile der Metropole sind gesperrt.

Kubas Außenpolitik: Der lange Weg aus der Isolation

Kubas Außenpolitik

Der lange Weg aus der Isolation

Kuba war nach der Revolution von 1959 viele Jahrzehnte lang international isoliert. Die industrielle Monokultur ließ das einst stolze Land verfallen. Nun bewegt sich der am Boden liegende Inselstaat auf die USA zu.

Doch die ganz große Geste für die Kameras wird wohl ausbleiben: Die Präsidenten Barack Obama und Raúl Castro an einem Tisch, sich die Hand gebend und gemeinsam über Themen wie Armut, Drogen und Wirtschaft in der Region diskutierend – nur wenige politische Beobachter halten so etwas für möglich, solange in Kuba die Castros an der Macht sind. Auf der Agenda stehe ein solches bilaterales Treffen zwischen den beiden Präsidenten nicht, erklärte im Vorfeld auch die für Lateinamerika zuständige US-Vize-Außenministerin Roberta Jacobson.

Kurz zuvor war aber immerhin bekannt geworden, dass das Washingtoner Außenministerium nach längerer Prüfung Präsident Barack Obama empfiehlt, Havanna von der Liste der Terror-Unterstützer zu nehmen. Dies sei ein wichtiger Schritt bei der im Dezember eingeleiteten Annäherung an den sozialistischen Karibikstaat, betonte der demokratische Senator Ben Cardin in einer Mitteilung.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Auf der Terrorliste der USA stehen derzeit neben Kuba der Iran, Syrien und der Sudan. Die Regierung in Havanna macht die Eliminierung von der Liste zur Voraussetzung für die Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen und die Wiedereröffnung von gegenseitigen Botschaften.

Zu dem Treffen der amerikanischen Staaten, das am Freitag beginnt und am Sonnabend endet, sind 35 Staats- und Regierungschefs der Region eingeladen. Kuba ist zum ersten Mal dabei. Der sozialistische Karibikstaat und die USA hatten Mitte Dezember überraschend eine Normalisierung ihrer Beziehungen nach mehr als 50 Jahren angekündigt.

Der Gipfel unter dem Motto „Wachstum mit Gerechtigkeit“ findet in einem Moment großer Unruhe in der Region statt. Zum einen hat sich der Konflikt zwischen Venezuela und den USA verschärft, nachdem Washington das südamerikanische Land zu einer nationalen Bedrohung erklärt und Sanktionen gegen sieben Funktionäre verhängt hatte.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr peter Spirat

10.04.2015, 12:00 Uhr

Die Sicherheitsmaßnahmen sind drastisch. Polizei und Militär patrouillieren die Straßen der panamaischen Hauptstadt, Teile der Metropole sind gesperrt.
--------------------------------

Immer wieder lese ich mit Freude, wie die demokratisch gewählten Regierungen doch Nähe zu ihren Wählern zeigen und von denen geliebt und geschätzt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×