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25.08.2015

08:33 Uhr

„Amerikanische Energierevolution“

Obama legt sich mit der Öl-Lobby an

US-Präsident Obama sieht eine „amerikanische Energierevolution“. Sein Land sei der größte Erzeuger von Windenergie und Standort der weltgrößten Solaranlage. Der Staat bleibt aber auch der weltgrößte Öl- und Gasproduzent.

Laut Präsident Barack Obama sind die USA der weltgrößte Produzent von Windenergie. ap

Windkraftanlagen bei Palm Springs in Kalifornien

Laut Präsident Barack Obama sind die USA der weltgrößte Produzent von Windenergie.

Las VegasUS-Präsident Barack Obama sieht angesichts des schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien in den Vereinigten Staaten „eine amerikanische Energierevolution“ in seinem Land. Bei einem Gipfel für Saubere Energien in Las Vegas (Nevada) geißelte er am Montag (Ortszeit) zugleich die Lobbykampagnen der Erdölgesellschaften, die versuchten, die Energiewende zu bremsen. Dies sei nicht der „American Way“, sagte der Präsident.

Die weltgrößte Solaranlage mit neun Millionen Panels stehe „nicht in Deutschland, nicht in China, nicht in Saudi-Arabien, sondern genau hier, in den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Obama. Auch wenn die USA der weltgrößte Produzent von Öl und Gas seien, seien sie doch auch der größte Erzeuger von Windenergie geworden.

Zehn Fakten zur Ökostrom-Umlage

42 Milliarden

Laut einer Studie die Kosten in Deutschland 2012 durch die Folgen fossiler Energieträger für Klima und Gesundheit.

Kohle

Zwar hat Ökostrom Braunkohle als wichtigste Quelle überrundet, aber Braun- und Steinkohle liegen weit vorn (45 Prozent Stromanteil).

27,7 Prozent

Ist bereits der Ökostrom-Anteil in diesem Jahr, auch dank des EEG und der vielen Fördermilliarden für Anlagenbetreiber.

Schäuble, der Profiteur

Die hohe Umlage beschert Mehreinnahmen in Milliardenhöhe durch die immer oben drauf kommende Mehrwertsteuer.

5 Milliarden

Voraussichtliches Rabattvolumen 2015 für stromintensive Firmen bei der EEG-Förderung - diese Kosten sind Teil der Umlage.

12 Cent

Ist die durchschnittliche Vergütung je Kilowattstunde für neue Anlagen ab 2015, noch 2010 lag der Durchschnitt bei 25 Cent.

China

Der Preisverfall bei Solarmodulen aus China führte zu einem massiven Zubau - und ist heute Hauptgrund für die hohe Umlage.

20 Jahre

So lange gibt es für den produzierten Strom eine vom Anschlussdatum abhängige feste Vergütung - und damit Umlagekosten.

Eine Kugel Eis

So viel werde der Ökostrom-Ausbau einen Haushalt im Monat kosten, hoffte Grünen-Umweltminister Jürgen Trittin noch 2004.

0,41 Cent

Höhe der ersten Umlage 2003. Bei 3500 Kilowattstunden Verbrauch waren das 14,35 Euro im Jahr. Heute sind es knapp 220 Euro.

Öllobbyisten, die die erneuerbaren Energien bekämpften, stünden der Zukunft im Weg. „Das ist kein Fortschritt, das ist keine Innovation, das ist der Versuch, alte Geschäftsmodelle zu verteidigen“, sagte Obama.

Anfang August hatte sich Obama bereits mit der Kohlelobby angelegt, als er verschärfte Klimaziele verkündete. Demnach müssen Kraftwerke ihren Schadstoffausstoß bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. Am 31. August will Obama nach Alaska reisen, um am Rande der Arktis auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Von

dpa

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