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03.11.2012

09:54 Uhr

Amerikas Präsidentschaftswahl

Wahlkampf der leeren Worte

VonGeorg Watzlawek

In den letzten vier Tagen geben Präsident Obama und Herausforderer Romney im Swingstate Ohio alles, um die Wahl doch noch für sich zu entscheiden. Beide versprechen, Amerika wieder groß zu machen. Aber wer glaubt ihnen?

Herausforderer Mitt Romney und US-Präsident Barack Obama.

Herausforderer Mitt Romney und US-Präsident Barack Obama.

ColumbusWer die Augen schließt, glaubt mitten im Wahlkampf 2008 zu stehen: „Wir brauchen den Wandel. Wir werden Washingtons Kurs ändern, damit Amerikas Ansehen in der Welt wieder leuchtet“, ruft der schlaksige Mann im weißen Hemd in die Menge. „Change“ steht auf seinem Rednerpult in der Industriehalle von Etna, Ohio, „Real Change“.

Doch hinter dem Mikrofon steht nicht Barack Obama, sondern sein Herausforderer Mitt Romney. Vier Jahren nach der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten haben sich die Vorzeichen auf den Kopf gestellt: Der Demokrat Obama steht für den miserablen Status Quo, der Republikaner Romney für die Hoffnung auf eine lichte Zukunft.

Es sind nur noch vier Tage bis zur Präsidentschaftswahl, und nach wie vor ist das Ergebnis vollkommen offen. Klar ist nur, dass diese Wahl in Ohio entschieden wird, jenem Bundesstaat, ohne den Romney kaum Präsident werden kann und der Obamas Wiederwahl sichern soll. Darin sind sich beide Kandidaten einig – und daher kämpfen sie hier wieder und wieder gegeneinander, um die letzten unentschiedenen Wähler noch zu überzeugen. Zwar hat Obama in Umfragen in Ohio einen Vorsprung, aber der ist kleiner als die Fehlermarge dieser Erhebungen.

An diesem Freitag hat Präsident Obama den ersten Aufschlag. In einer zugigen Halle mit Sandboden in Hilliard, wo sonst Viehauktionen veranstaltet werden. Nur wenige Stunden später und ein paar Meilen weiter auf der anderen Seite von Ohios Hauptstadt Columbus antwortet Herausforderer Romney, in einer Industriehalle in Etna.

Beide Männer reden über den Wandel, den Amerika braucht. Und auch sonst hören sich die Gegner bei vielen Argumenten sehr ähnlich an. Am Ende sind ihre Zuhörer restlos überzeugt, auf den richtigen Mann zu setzen. Aber das waren sie zuvor auch schon.

„Noch vier Tage, damit wir weitere vier Jahre Zeit bekommen“, beschwört Barack Obama seine Anhänger in Hilliard. Er ist nicht mehr so euphorisch wie 2008, aber an diesem Tag genauso kämpferisch. Er habe Amerika durch die schlimmste finanzielle Krise seit dem zweiten Weltkrieg geführt und im Gesundheitsbereich sowie bei der Bildung Reformen in Gang gesetzt, für deren Vollendung eine zweite Amtszeit notwendig wäre.

Kommentare (9)

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hoppala

03.11.2012, 10:02 Uhr

Ein Wort kann wie ein Champagnertrüffel sein: nix im Magen aber es hat gut geschmeckt.
Amerikaner mögen sowas.

Account gelöscht!

03.11.2012, 10:06 Uhr

Die Dümmsten der Dummen glauben Ihnen und davon gibts so viele dass es zum wählen noch reicht. Wer den echten Zustand Amerikas kennt und mal fast egal wo in eine Seitenstrasse schauen würde und nur 10 Menschen dort anhört wie Ihr Leben so läuft, dem würde es kalt den Rücken herunterlaufen.... Wenn ich dann das Gequatsche von diesen aufgeblasenen Schauspielern ala Obama oder dem anderen Vogel sehe....sorry, für mich sollten die von ihrem Recht auf Widerstand gebrauch machen dort.

Account gelöscht!

03.11.2012, 10:32 Uhr

Ich weiß jetzt nicht in welchen Kreisen sich Karstenberwanger rumtrollt, aber ich habe da ein anderes Bild. Ich bin seit 23 Jahren jedes Jahr mehrfach in den USA unterwegs und kann nur sagen, dass die Intelligenz der Leute dort ähnlich verteilt ist wie bei uns. Richtig ist, dass die Amerikaner sehr auf ihr eigenes Land konzentriert sind und was Geld angeht anders ticken. Wählen geht dort auch der Bevölkerungsdurchschnitt und nur weil sie Obama gewählt haben, müssen sie nicht "dumm" sein, wie Herr Karstenberwnager es darstellt.

Auch die Seitenstraßen sind oft sehr viel gepflegter als bei uns, wenigen Ausnahmen natürlich, wie überall. Jedenfalls fühle ich mich in den USA mittlerweile auch sicherer als in so mancher ostdeutschen Stadt nahe der polnischen oder tschechischen Grenze, wo die "braunen Horden" das Straßenbild beherschen.

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