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14.03.2013

03:35 Uhr

Amnesty-Bericht

In Syrien begehen Regierung und Rebellen Kriegsverbrechen

Anfang März sind Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Amnesty International durch Syrien gereist. Nun berichteten sie von Streubomben, Folter und Hinrichtungen - nicht nur von Seiten der Regierungstruppen.

Gefechte in Deraa und bei Damaskus

Video: Gefechte in Deraa und bei Damaskus

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BerlinDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat allen Konfliktparteien in Syrien Kriegsverbrechen vorgeworfen. Zwar seien nach wie vor die syrischen Regierungstruppen verantwortlich für die meisten Kriegsverbrechen und anderen Menschenrechtsverletzungen in dem Land, heißt es in einem auf neuen Amnesty-Recherchen basierenden Bericht, den die Organisation am Donnerstag veröffentlichte. Jedoch gebe es eine Zunahme von Geiselnahmen, Folter und Hinrichtung von Gefangenen durch Rebellen.

Syrische Regierungstruppen bombardieren Amnesty zufolge "weiter wahllos Zivilisten, setzen dabei auch Streubomben ein und machen ganze Nachbarschaften dem Erdboden gleich".

"Hunderte Menschen kamen in den vergangenen zwei Wochen bei solchen Angriffen ums Leben", sagte Ruth Jüttner, Syrien-Expertin von Amnesty International in Deutschland. "Ganze Familien wurden ausgelöscht. Unter den Opfern sind viele Kinder."

Bei ihren Ermittlungsreisen Anfang März fanden Amnesty-Mitarbeiter neun Streubomben in der Nähe einer dicht bewohnten Siedlung. "Auch nach den Angriffen sind die nicht explodierten Streubombenteile eine tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung", sagte Jüttner.

Die Recherchen belegen laut Amnesty eine Zunahme der Übergriffe durch oppositionelle Gruppen. "Immer häufiger kommt es zu Geiselnahmen. Gefangene Soldaten, Angehörige der regierungstreuen Milizen und mutmaßliche Kollaborateure werden gefoltert und hingerichtet", sagte Ruth Jüttner.

Zeugen beschrieben laut Amnesty in der Gegend um Süddamaskus ein sogenanntes "Todesloch", in dem die Leichen von hingerichteten Regierungssoldaten und angeblichen Informanten versenkt werden.

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Amnesty International forderte die Vereinten Nationen dazu auf, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) umgehend mit der Untersuchung dieser Verbrechen zu beauftragen. "Durch ihre Untätigkeit sendet die Internationale Gemeinschaft ein verheerendes Signal an die Täter und Opfer der grausamen Kriegsverbrechen in Syrien", sagte Jüttner. Alle Verantwortlichen müssten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden.

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Von

afp

Kommentare (4)

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dschungelmann

14.03.2013, 04:36 Uhr

Nun will GB, wie schon zuvor in Libyen, den islamistischen 'Rebellen/Terroristen noch Waffen liefern. DAS soll den Konflikt beenden und das Leiden mindern? Da kann man sich doch nur noch fragen, ob Cameron noch richtig tickt. Im krassen Gegensatz zu den 'Rebellen' gibt es keinerlei Hinweise, das die Syrische Armee Kindersoldaten einsetzt. Wer diese Leute nun noch mit schwehren Waffen versorgt, sollte in Den Haag befragt werden. Selbst Blinde sehen ueberall die Flaggen Al Kaidas. Falls nun Cameron einen Alleingang fuehrt, sollte man GB aus der EU entfernen. Wer Terroristen bewaffnet hat in der EU nix verlohren.

N_K

14.03.2013, 07:30 Uhr

" In Syrien begehen Regierung und Rebellen
. Kriegsverbrechen "

Wenn endlich die CIA, EU, Nato, UN usw. mit ihren "humanitären" Hilfen durch Rebellenunterstützung aufhören würden, wäre der Konflikt bald beendet. Nach Ägypten, Afghanistan, Irak, Lybien, Mali, Tunessien kann denen doch sowieso nichts mehr geglaubt werden. Und zu einem Streit gehören immer mindestens zwei ...

Der Russe hat schon viel zu lange tatenlos dem AMI- Weltmachtsbestreben zugesehen. Weil aber seine und die chinesischen Investitionen in der syrischen Ecke sehr groß sind, sollte der AMI aufpassen, daß er sich diesmal nicht verrechnet...

Poacher

14.03.2013, 20:55 Uhr

Schlimm daß auch Amnesty sich an diesem Verbrechen gegen die Menschheit beteiligt, na hoffentlich nur die korrupte Führungsspitze.

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