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05.12.2013

08:58 Uhr

Amnesty-Bericht

Nordkorea baut Straflager weiter aus

Satelliten-Fotos zeigen offenbar die Erweiterungen einiger geheimer Straflager in Nordkorea. Berichten zufolge sind in den Lagern grausame Hinrichtungen und Vergewaltigungen an der Tagesordnung.

Parade in Nordkorea. Das Regime leugnet die Existenz der Folterlager. dpa

Parade in Nordkorea. Das Regime leugnet die Existenz der Folterlager.

LondonNordkorea baut nach einem Bericht von Amnesty International (ai) seine geheimen Straflager aus. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zeigt die Menschenrechtsorganisation Satellitenfotos der beiden großen Lager 15 im Norden und 16 im Süden des Landes. Außerdem kommen Augenzeugen zu Wort, darunter ein ehemaliger Lagerwachmann - was eine Seltenheit ist.

Nordkorea streitet die Existenz der Lager für politische Häftlinge ab. Unabhängigen Schätzungen zufolge sind in dem abgeschotteten Land jedoch zwischen 100.000 und 200.000 Menschen interniert. Die von Amnesty vorgelegten Fotos entstanden in einem Zeitraum von zwei Jahren zwischen 2011 und 2013. Die Auswertung habe ergeben, dass das Lager 16 in dieser Zeit vergrößert worden sei. Es seien deutlich erkennbare neue Wohnbaracken dazu gekommen. Zudem gebe es klare Anzeichen für Arbeitsaktivitäten.

Das Lager 16 ist nach Angaben von Amnesty 560 Quadratkilometer groß; das entspricht in etwa der dreifachen Größe der US-Hauptstadt Washington. Rund 20.000 Menschen seien dort eingesperrt.

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Der ehemaliger Lagerwachmann, der in Lager 16 von den 1980er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre arbeitete, beschreibt in dem Bericht Hinrichtungsmethoden. Sträflinge hätten ihre eigenen Gräber ausheben müssen und seien dann mit Hammerschlägen ins Genick getötet worden. Außerdem habe er gesehen, wie Lageroffiziere Opfer stranguliert und anschließend mit Stockschlägen getötet hätten. Vergewaltigungen von weiblichen Häftlingen seien an der Tagesordnung. Die Frauen wurden nach ihren „Diensten“ der Geheimhaltung wegen getötet.

In Lager 15 mussten dem Amnesty-Bericht zufolge Häftlinge zehn bis zwölf Stunden täglich Zwangsarbeit verrichten. Insassen berichteten von Schwerstarbeit bei Hungerrationen. Wenn die Arbeitsziele verfehlt worden seien, sei die Verpflegung zur Strafe weiter reduziert worden. Lager 15 sei 370 Quadratkilometer groß. 2011 lebten dort schätzungsweise 50.000 Menschen.

Amnesty-Asienexperte Rajiv Narayan sagte, für Amnesty, das seit 50 Jahren Menschenrechtsverletzungen untersuche, sei Nordkorea eine "eigene Kategorie". Die Organisation forderte die nordkoreanische Führung auf, die Straflager unverzüglich zu schließen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.12.2013, 09:14 Uhr

Ein monströses Gewaltregime, das international 100%ig isoliert und geächtet gehört (keinerlei Handel, keinerlei diplomatische Kontakte und damit keinerlei Anerkennung in irgend einer Form)!

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