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27.03.2014

10:05 Uhr

Amnesty-Bericht zur Todesstrafe

Zahl von Hinrichtungen steigt weltweit

Mindestens 778 Menschen wurden 2013 hingerichtet. Gerade im Iran, Irak und in Saudi-Arabien hat die Zahl der vollstreckten Todesurteile laut dem Jahresbericht von Amnesty International deutlich zugenommen.

Bahre in Huntsville, Texas, auf der zum Tod Verurteilte die tödliche Dosis Gift verabreicht bekommen: Weltweit wurden 2013 mindestens 778 Menschen erhängt, erschossen, enthauptet, starben durch Giftinjektion oder auf dem elektrischen Stuhl. ap

Bahre in Huntsville, Texas, auf der zum Tod Verurteilte die tödliche Dosis Gift verabreicht bekommen: Weltweit wurden 2013 mindestens 778 Menschen erhängt, erschossen, enthauptet, starben durch Giftinjektion oder auf dem elektrischen Stuhl.

New YorkDie Zahl der Hinrichtungen weltweit ist 2013 um fast 15 Prozent im vergangenen Jahr nach einem Bericht der Organisation Amnesty International deutlich angestiegen. Am häufigsten werde die Todesstrafe weiter in China vollstreckt, wo vermutlich auch 2013 wieder Tausende Gefangene getötet worden seien, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. In den übrigen Staaten zusammen seien mindestens 778 Menschen hingerichtet worden, 96 mehr als im Vorjahr.

Verantwortlich für den Anstieg seien vor allem der Iran, wo mindestens 369 mal die Todesstrafe vollstreckt worden sei, und der Irak mit mindestens 169 Fällen. Die USA exekutierten dem Bericht zufolge 39 Menschen. In den meisten Regionen der Welt gehören Hinrichtungen dagegen der Vergangenheit an: 140 Staaten haben die Todesstrafe inzwischen im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft, Hinrichtungen gab es weltweit noch in 22 Staaten.

Hinrichtungen weltweit 2013

China

Mehr als 1000 (unbestätigte Anzahl)

Quelle: Amnesty International

Iran

369 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Irak

169 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Saudi-Arabien

79 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

USA

39

Somalia

34 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Sudan

21 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Jemen

13 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

„Dass die Masse der Hinrichtungen auf das Konto einiger weniger Staaten geht, ist bestürzend und beschämend“, kritisierte der Amnesty-Vorsitzende in Deutschland, Oliver Hendrich. „Außerhalb Chinas finden fast 80 Prozent der Hinrichtungen in nur drei Ländern statt: Iran, Irak und Saudi-Arabien.“

Besonders schockierend sei, dass drei der mindestens 79 Hingerichteten in Saudi-Arabien minderjährig gewesen seien. Im Iran seien mindestens 369 Todesurteile vollstreckt worden, doch „glaubwürdige Quellen“ gingen von 335 weiteren aus, hieß es.

Im Irak wurden mindestens 169 Menschen hingerichtet. Die USA gehörten zu den fünf Ländern, in denen die meisten Exekutionen stattfänden. Für China veröffentlicht die Organisation nach eigenen Angaben seit 2009 keine konkreten Zahlen mehr, da das Land Angaben zur Todesstrafe wie ein Staatsgeheimnis behandle.

Auch im Iran sei davon auszugehen, dass es dort Hunderte offiziell nicht bestätigter Exekutionen gegeben habe. „Iran hält wie so manches Land Zahlen über Todesurteile und Hinrichtungen geheim, außerdem entsprechen die Gerichtsverfahren oft nicht internationalen Standards“, sagte Hendrich. Im Irak sei die große Mehrheit der Todesurteile – laut Amnesty mindestens 169 wurden hingerichtet – auf der Basis vager Anti-Terror-Gesetze ergangen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.03.2014, 10:21 Uhr

Gerade lese ich den Artikel über Schäubles Elaborate und da kommt mir dieser in die Quere. Welche Verbindung da zu ziehen ist, kann hier leider (noch) nicht geschrieben werden.

Account gelöscht!

27.03.2014, 11:50 Uhr

In Deutschland finden Todeurteile auf den Strassen und Bahnhöfen statt und die Vollstrecker können noch lange lachen, da sie einen Schutzschirm über sich haben. Über diese Anzahl wird wie in China geschwiegen und nur vereinzelt darf die Presse darüber berichten. Dann schlägt man vor Wut die Hände zusammen. Hier was zu tun ist wichtiger als sich über andere Staaten aufzuregen.

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