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13.09.2011

04:10 Uhr

Amnesty International

Kriegsverbrechen auch von libyschen Rebellen

Nicht unerheblich seien die Verbrechen, die auch die Rebellen in Libyen begangen haben. Einige würden sogar auf Kriegsverbrechen hinauslaufen, berichtet Amnesty International.

Auch libysche Rebellen könnten laut Amnesty International Kriegsverbrechen begangen haben. dpa

Auch libysche Rebellen könnten laut Amnesty International Kriegsverbrechen begangen haben.

BrüsselAnhänger der ehemaligen libyschen Rebellen haben sich in ihrem Kampf gegen Muammar al Gaddafi laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International rechtswidriger Tötungen und Folter schuldig gemacht. Die Verbrechen, die Gaddafi-Truppen begangen hätten, seien zwar größer und die Liste länger, dennoch seien die Verbrechen der früheren Rebellen nicht unerheblich, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die Rebellen hätten Menschenrechtsverletzungen und in einigen Fällen Kriegsverbrechen begangen, wenn auch in geringerem Ausmaß als die Gaddafi-Anhänger. Deren Taten könnten bis zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit reichen. In dem mehr als 100 Seiten langen Bericht von Amnesty International, der auf einer dreimonatigen Untersuchung in Libyen beruht, werden auch Übergriffe gegen Schwarzafrikaner angeprangert. Beide Seiten hätten Fremdenhass geschürt und dadurch Angriffe von Libyern auf die Schwarzafrikaner provoziert.

Der Nationale Übergangsrat habe nicht genug gegen Gerüchte unternommen, wonach Gaddafi Afrikaner aus Sub-Sahara-Staaten als Söldner angeworben habe. Deshalb gebe es viele Racheakte gegen Schwarzafrikaner, die die neue libysche Führung stoppen müsse, forderte Amesty. „Der Nationale Übergangsrat muss jetzt dafür sorgen, dass es zu keinen weiteren Racheakten an vermeintlichen oder tatsächlichen Gaddafi-Anhängern kommt“, sagte die Nordafrika-Expertin von Amnesty International, Ruth Jüttner in einer Mitteilung.

Auch unter der neuen Führung gebe es weiterhin Misshandlungen, erklärte der Direktor des EU-Büros von Amnesty International, Nicolas Berger. „Wir haben mit Wachen gesprochen, die zugegeben haben, Gewalt anzuwenden“, sagte Berger der Nachrichtenagentur AP, unter anderem um an Geständnisse zu kommen.

In dem Bericht ist auch eine lange Liste mutmaßlicher Verbrechen durch Gaddafi-Anhänger enthalten. Sie hätten unter anderem Dutzende unbewaffnete Demonstranten getötet und verletzt, Kritiker verschwinden lassen, illegale Streubomben verwendet und Gefangene ohne Verfahren exekutiert, berichtet Amnesty International.

Von

dapd

Kommentare (1)

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GernotHalle

13.09.2011, 01:55 Uhr

Ach, merkt ihr das auch schon, ja? Dann hätte ich echte "Breaking News" für euch: Nicht nur die Rebellen, auch die NATO tötet rechtswidrig. Selbst Medien wie der Guardian oder CNN, die nicht der Libyschen Propaganda verdächtig sind, stellen zwischen all der Propaganda immer mal wieder die Sichtweise der anderen Seite dar. So können sich eure ehemaligen Leser und früheren Abonnenten mittels Internet eine umfassendere Meinung bilden als ihr euch das offensichtlich traut, wie z.B. den völkerrechtswidrigen Einsatz von chemischen Waffen (Senfgas bestätigt durch Zeugen, Phosphorbomben angedroht, falls sich die Bevölkerung von Bani Waleed nicht ergibt) durch die Nordatlantische Terror-Organisation. Ich schreibe ganz bewußt "ehemalige Leser", denn EUER Blatt wird hier bei uns im Unternehmen mit SICHERHEIT keinen Fuß mehr fassen, was Abonnements angeht. Und das habt ihr euch selbst zuzuschreiben.

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