Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2013

07:26 Uhr

Amoklauf in Fort Hood

Mutmaßlichem Todesschützen droht Todesstrafe

Der Prozess um den Amoklauf im amerikanischen Fort Hood aus dem Jahr 2009 ist eröffnet. Dem 42-jährigen Major Nidal Hasan wird vorgeworfen, 13 seiner Kameraden erschossen zu haben. Er soll „Allah ist groß“ gerufen haben.

Die Gerichtszeichnung zeigt Nidal Hasan (grünes Hemd) am Dienstag vor Gericht. Reuters

Die Gerichtszeichnung zeigt Nidal Hasan (grünes Hemd) am Dienstag vor Gericht.

WashingtonMit der Auswahl der Geschworenen hat in den USA der Militärprozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Fort Hood begonnen. Dem früheren Armeepsychiater Nidal Hasan wird in dem seit Dienstag laufenden Verfahren vorgeworfen, im November 2009 auf dem Stützpunkt im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen zu haben. Dem 42-Jährigen droht die Todesstrafe.

Der Angriff in Fort Hood gilt als bisher schlimmster Zwischenfall auf einem US-Militärstützpunkt. Er hatte die US-Streitkräfte erschüttert und eine Debatte über Extremisten in den eigenen Reihen ausgelöst. Hasan, ein Major mit palästinensischen Wurzeln, stand mutmaßlich mit dem inzwischen bei einem US-Drohnenangriff getöteten radikalislamischen Geistlichen Anwar al-Aulaqi in Kontakt.

Der eigentlich für den Sommer 2012 angesetzte Beginn des Verfahrens war mehrfach verschoben worden. Die erste Etappe in dem Militärprozess ist nun die Auswahl der Geschworenen, deren Eignung in den kommenden Wochen überprüft wird. Als frühester Termin für die Eröffnungsplädoyers wurde der 6. August genannt.

Hasan könnte zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Weil ihm als Bestrafung eine Hinrichtung droht, gilt für ihn nach Militärrecht automatisch das Plädoyer "nicht schuldig". Der 42-Jährige verzichtete auf Anwälte und will sich selbst verteidigen. Bei einer Voranhörung am Dienstag lehnte er es ab, die US-Uniform zu tragen. "Ich bin überhaupt nicht stolz, diese Uniform zu tragen. Ich denke, sie repräsentiert einen Feind des Islam", sagte Hasan.

In einer Erklärung kündigte er an, er wolle im Laufe des Prozesses beweisen, dass die USA in Afghanistan "einen illegalen Krieg" führten. "Ich wollte mit meinen Taten diejenigen verteidigen, die von den USA angegriffen wurden."

Hasan stand wenige Wochen vor einer Entsendung nach Afghanistan, als er am 5. November 2009 das Feuer auf seine Kameraden eröffnete. Bei dem Massaker in einem Sanitätsgebäude von Fort Hood, in dem der Psychiater eingesetzt war, wurden auch 32 Menschen verletzt.

Augenzeugen sagten damals aus, der Major habe "Allahu akbar" (arabisch für "Gott ist größer") geschrien, bevor er mit einer halbautomatischen Pistole um sich geschossen habe. Polizisten erwiderten das Feuer und verletzten Hasan schwer; seitdem ist er querschnittsgelähmt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×