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20.01.2009

18:19 Uhr

Amtseinführung

Obama als neuer US-Präsident vereidigt

Auf den Stufen des Kapitols ist Barack Obama als 44. US-Präsident vereidigt worden. Millionen von Menschen verfolgten die Zeremonie der Amtseinführung in Washington – und brachen in tosenden Jubel aus.

Barack Obama legt den Amtseid ab. Foto: ap ap

Barack Obama legt den Amtseid ab. Foto: ap

HB WASHINGTON. Zu Beginn seiner Amtszeit kündigte Obama ein entschiedendes Vorgehen gegen die Wirtschaftskrise an. „Heute sage ich zu Ihnen, dass die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, real sind. Sie sind ernst und es sind viele“, sagte der 47-Jährige in seiner ersten Rede als neuer US-Präsident. Die Probleme ließen sich nicht rasch lösen. „Aber sei versichert Amerika: Sie werden gelöst.“ Die Wirtschaftslage erfordere kühnes und rasches Handeln. „Und wir werden handeln.“

Seit dem frühen Morgen hatte sich auf der National Mall, der drei Kilometer langen Parkanlage zwischen Kapitol und Lincoln-Denkmal, ein Meer von Zuschauern versammelt. Es wurde mit bis zu zwei Millionen Menschen gerechnet.

Zuerst hatte der langjährige Senator Joe Biden auf den Stufen des Kapitols als Vizepräsident seinen Amtseid abgelegt. Unmittelbar danach wurde Obama vom Obersten Richter der USA, John Roberts, vereidigt. Tosender Jubel brauste bereits auf, als der 47-Jährige auf der Ehrentribüne erschien.

Obama war zusammen mit seinem Vorgänger George W. Bush in einem Konvoi von Limousinen vor dem Parlamentsgebäude vorgefahren. Beide waren zuvor im Weißen Haus zusammengekommen.

Die Zusammenkunft im persönlichen Rahmen zwischen dem scheidenden und dem künftigen Präsidenten hat Tradition. Zuerst verließen Michelle Obama und Laura Bush gemeinsam das Weiße Haus, danach der künftige Vizepräsident Joe Biden und Amtsinhaber Dick Cheney, der wegen einer Muskelzerrung im Rollstuhl saß. Zuletzt brachen schließlich Barack Obama und George W. Bush in Richtung Kapitolshügel auf.

Der Zeremonie unter strahlend blauem Himmel, aber bei Minus drei Grad wohnten neben dem scheidenden Präsidenten George W. Bush auch alle noch lebenden früheren US-Präsidenten bei – Jimmy Carter, George Bush senior und Bill Clinton.

Mit Spannung wartete die Menge auf die Antrittsrede des 47-jährigen Obama, der mitten in einer der größten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes als 44. Präsident der USA sein Amt antritt. Obama werde die Herausforderungen darlegen, die den USA bevorstünden, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. „Aber er wird auch daran erinnern, dass Amerika bereits früher großen Herausforderungen gegenüberstand.“ Obama werde von Verantwortung sprechen, besonders jener, die bei der Regierung und finanziellen Institutionen liege.

Etwa 20 Minuten sollte die Rede dauern und nicht nur Amerikaner erhofften sich gerade davon den dringend benötigten Ruck, der den Weg vorgeben würde für ein Ende der schweren Krise, in der die größte Volkswirtschaft der Welt seit Monaten verharrt. Kein Präsident hat je sein Amt mit einem größeren Vertrauensvorschuss angetreten als Obama: 78 Prozent sprachen sich in der jüngsten Umfrage des Gallup-Instituts für ihn aus, während dem scheidenden Amtsinhaber George W. Bush kaum jemand eine Träne nachweinen dürfte.

Auch jenseits der Grenzen der USA war die Amtsübernahme Obamas am Dienstag das bestimmende Thema. TV-Sender in der ganzen Welt übertrugen die Zeremonie live. In Deutschland sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie erwarte unter Obama eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit. Sie hoffe auf ein von gegenseitigem Zuhören geprägtes Verhältnis zu den USA.

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