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04.08.2011

16:53 Uhr

Amtsmissbrauch-Vorwurf

Ermittlungen gegen IWF-Chefin Lagarde

Der Internationale Währungsfonds kommt nicht zur Ruhe. Die französische Justiz hat sich für Ermittlungen gegen die neue Chefin, Christine Lagarde, ausgesprochen. Der Vorwurf: Amtsmissbrauch.

Gericht ordnet Verfahren gegen IWF-Chefin Lagarde an

Video: Gericht ordnet Verfahren gegen IWF-Chefin Lagarde an

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ParisDie Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, muss sich in Frankreich einem Verfahren wegen Amtsmissbrauchs stellen. Der französische Gerichtshof der Republik habe am Donnerstag die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens angeordnet, sagte ein Sprecher. Es geht um eine Entschädigungszahlung von 285 Millionen Euro plus Zinsen aus der Staatskasse an den Geschäftsmann Bernard Tapie, die Lagarde 2008 als französische Wirtschaftsministerin ermöglicht hatte. Die 55-Jährige, die beim IWF Nachfolgerin des wegen versuchter Vergewaltigung angeklagten Dominique Strauss-Kahn wurde, bestreitet jegliches Fehlverhalten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigte sich zuversichtlich, dass Lagardes Arbeit nicht unter dem Verfahren leiden werde. Zu inhaltlichen Fragen wollte sich der IWF nicht äußern.

Hintergrund der Zahlung war der Verkauf des deutschen Sportartikelherstellers Adidas durch Tapie Anfang der 1990er Jahre. Tapie sah sich bei dem Geschäft von der damaligen Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt und zog vor Gericht. Nach jahrelangem Streit schaltete Lagarde ein Schiedsgericht ein, das Tapie 2008 die Entschädigungssumme zugestand. Lagarde hätte dieses Verfahren aus formalen Gründen gar nicht erst zulassen dürfen, argumentiert der mittlerweile pensionierte Generalstaatsanwalt Jean-Louis Nadal, der den Gerichtshof angerufen hatte. Entgegen den Empfehlungen von Experten habe Lagarde außerdem keinen Einspruch gegen die Entscheidung der Richter eingelegt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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sohst

04.08.2011, 14:43 Uhr

Ist die Verrottung unserer (in diesem Falle: der europäischen) politischen Kaste schon so weit fortgeschritten, dass einem eventuellen Vergewaltiger eine womöglich schwer korrupte Dame im Amt des IWF-Chefs folgt? Man muss sich nicht über das Sprießen von Verschwörungtheorien aller Art wundern, wenn solche zweifelhaften Charaktere offenbar zur Regel werden.

Kackbolzen

04.08.2011, 14:51 Uhr

Und so eine Verbrecherin wurde zur Vorsitzenden des IWF gemacht. Die Dame meint, sie stehe außerhalb jedweder Gesetze. Die "Euro-Rettung" funktionierte nach demselben Schema.
Mme. Lagarde wäre während der französischen Revolution mit Sicherheit auf dem Schafott geendet!
Aber ein Hoch auf die französische Justiz, zumindest in diesem Fall!

Account gelöscht!

04.08.2011, 14:52 Uhr

Da klagt also ein Unternehmen gegen eine Bank und erhält dann Geld vom Steuerzahler.
Also merkwürdig ist das allemal.
In der heutigen Zeit allerdings nicht verwunderlich - leider.

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