Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2014

09:55 Uhr

Amtssprache Englisch

Gambia will die englische Sprache abschaffen

Gambia will Englisch als Amtssprache abschaffen. Stattdessen soll in dem westafrikanischen Land die eigene Sprache gesprochen werden. Noch ist aber unklar, welche Sprache dies künftig sein soll.

Präsident Yahya Jammeh (links) will seine eigene Sprache als neue Amtssprache für Gambia. Reuters

Präsident Yahya Jammeh (links) will seine eigene Sprache als neue Amtssprache für Gambia.

DakarDie frühere britische Kolonie Gambia will Englisch als Amtssprache abschaffen. „Wir werden unsere eigene Sprache sprechen“, sagte Staatschef Yahya Jammeh in einer am Dienstag beim Onlineportal Youtube veröffentlichten Botschaft in englischer Sprache. Welche Sprache dies künftig sein soll, erklärte der 48-Jährige nicht. In dem westafrikanischen Land sprechen etwa zwei Fünftel der rund 1,8 Millionen Einwohner Mandinka und ein weiteres Drittel Fula oder Wolof. Der Präsident selbst spricht eine Manding-Sprache, wie sie ähnlich auch im Nachbarstaat Mali gesprochen wird.

Das Engagement der Bundeswehr in Afrika

Somalia

Im Rahmen des EU-Einsatzes Atalanta schützen 337 Marinesoldaten am Horn von Afrika Schifffahrtsrouten vor somalischen Piraten. An der ergänzenden neuen EU-Gruppe Eucap Nestor nehmen derzeit zwei deutsche Berater teil.

Mali/Senegal

Für die UN-geführte Mission Minusma stellt die Bundeswehr in Mali und im Nachbarland Senegal Material und 71 Mann für Lufttransport und Luftbetankung bereit. Die European Training Mission Mali (EUTM Mali) soll dazu beitragen, die militärischen Kapazitäten der malischen Streitkräfte wiederherzustellen. Die Bundeswehr unterstützt diese Mission mit 104 Soldaten.

Südsudan

15 Soldaten sind Teil des internationalen Unmiss-Einsatzes für Friedenssicherung und den Aufbau des neuen Staates Südsudan.

Sudan

Der internationale Unamid-Einsatz in Darfur überwacht den Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Zwölf deutsche Soldaten sind beteiligt.

Demokratische Republik Kongo

Drei Bundeswehr-Berater unterstützen im Rahmen des EU-Einsatzes (Eusec RD Congo) die Reform des Sicherheitssektors in dem zentralafrikanischen Land.

Westsahara

In dem weitgehend von Marokko besetzten Gebiet unterstützt die Bundeswehr mit zwei Angehörigen die UN-Mission Minurso zur Absicherung eines Waffenstillstands der marokkanischen Armee mit den Rebellen der „Polisario“.

Gambia hatte im Oktober mit sofortiger Wirkung den Staatenbund Commonwealth verlassen. Zur Begründung hieß es seinerzeit, das Land wolle „niemals Mitglied einer neokolonialen Einrichtung“ sein oder einer „Institution, die für eine Fortsetzung des Kolonialismus steht“. Das Commonwealth of Nations ist ein Bund aus mehr als 50 unabhängigen Staaten, von denen viele einst britische Kronkolonien waren.

Gambia ist der kleinste Staat auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land wird – bis auf die Küste – vollständig vom Senegal eingeschlossen. Jammeh kam im Jahr 1994 durch einen unblutigen Putsch an die Macht. Seitdem wurde er drei Mal wiedergewählt. Kritiker werfen ihm vor, das Land autoritär zu regieren und Oppositionelle zu unterdrücken.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.03.2014, 19:23 Uhr

Nun mal halblang, bitte. Ihre Ausführung ist sehr einseitig.

Dass es vor der Errichtung europäischer Kolonien keine vergleichbar ausgeprägten afrikanischen Staaten (bis vielleicht auf Äthiopien) gab und dass der Kolonialismus nicht für sämtliche Probleme in diesen Ländern verantwortlich ist, ist wahrscheinlich klar.

Dennoch, gerade die Staatenbildung/-aufzwängung ist ein massives Problem in manchen Staaten, extremstes Bsp. dürfte Somalia sein. So wurden ungeachtet der Lebensräume afrikanischer Völker und Stämme flächendeckend Territoriumsgrenzen sogar tatsächlich mit dem Linial gezogen und teilweise historische Konflikte zwischen ihnen entfacht, dem Wissensstand nach ist das z.B. im Sudan bzw. Darfur der Fall, wo bekanntlich bislang etliche Menschen ihr Leben deshalb verloren.
Ein weiteres schwerwiegendes Problem ist die Außenhandels-Abhängigkeit, die zum größten Maße aus der Schaffungszeit der Strukturen herrührt. Ebenso bleibt den betreffenden Gebieten nur wenig Spielraum, ihre Anbau- oder Abbauprodukte intern weiterzuverarbeiten und den Verkaufserlös somit signifikant und nachhaltig zu steigern, durch den wiederum höhere Investitionen in Bildung, Infrastruktur usw. möglich wären.

Im Gegenteil, ich bin der Auffassung, dass Europa und die Welt nördlich des Wendekreises endlich Afrika seinen Weg gehen lassen soll (mit Ausnahmen wie der Nichtduldung von Verfolgung Homosexueller) und es nicht länger ressourcenbetreffend ausbeutet. Das sollten v.a. GB und F wahrnehmen. Südafrika wäre voraussichtlich einer der reichsten Staaten weltweit mit einem riesigen Vorkommen an Gold, Kupfer etc.

Nicht zuletzt sollte durch das Selbstbestimmungsrecht der Völker jedem afrikanischen Staat freigestellt sein, welche Amtssprache es besitzt oder ob es eine kolonial bedingte wieder abschafft. Dass es u.U. eine Chance abgibt, Anschluss am Weltmarkt und dem globalen Geschehen zu behalten, muss es für sich selbst ausmachen. Letztendlich haben das die Staaten Europas auch lernen müssen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×