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08.06.2011

14:55 Uhr

Analyse des Merkel-Besuchs

„Obama sieht Deutschland als globale Führungsmacht“

VonGero Brandenburg

ExklusivPräsident Obama hat Kanzlerin Merkel die Freiheitsmedaille verliehen. Alles ohne Gegenleistung? Nein. US-Experte Henning Riecke erläutert im Interview, was die Amerikaner von Deutschland erwarten. Von GERO BRANDENBURG.

Düsseldorf/BerlinHerr Riecke, offiziell wird Merkels Besuch bei Obama von beiden Seiten als großer Erfolg gewertet. Ist das deutsch-amerikanische Verhältnis nun wieder ungetrübt?

Das persönliche Verhältnis Merkel-Obama bringt zwei zwei unideologische Pragmatiker zusammen. Da muss es nicht die ganze Zeit herzlich hergehen. Obama schätzt an Merkel, dass sie auch tut, was sie ankündigt. Wichtig ist der Blick auf die Grundlagen der Beziehung. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind stabil und beruhen auf wirtschaftlicher und politischer Vernetzung. Trotzdem gibt es strukturelle Differenzen - die Rolle des Militärs in der Außenpolitik, die Bedeutung des Völkerrechts - die zu Konflikten geführt haben und führen werden. Dahinter steht auch die unterschiedliche Perspektive - die USA wollen ihre Position als Supermacht erhalten, die Deutschen blicken kaum über Europa hinaus. Die USA waren über den Partner Deutschland bei aller Zusammenarbeit oft frustriert.

Was hat die USA besonders verärgert?

Die Streitpunkte lagen vor allem in Afghanistan. Den Amerikanern missfiel der starre Fokus der Bundeswehr auf das Regionalkommando Nord, die misslungene Polizeiausbildung, das Gezerre um die AWACS. Unter Ex-Präsident Georg W. Bush war das Appeasement gegenüber Russland ein Streitpunkt. Insgesamt wurde die Neinsager-Mentalität der Deutschen in der Nato kritisiert, die bei der funktionalen und geographischen Ausweitung der Kompetenzen und den Einsätzen der Nato Responce Force, der Nato-Eingreiftruppe, deutlich wurde.

Mit Obama, seinem kooperativeren Verhältnis zu Russland und der überarbeiteten Strategie in Afghanistan haben sich diese Konflikte entspannt, sind aber nicht verschwunden. Heute sind es die wirtschaftlichen Ungleichgewichte, die bei Obama oben auf der Agenda stehen - er muss sich um Entschuldung und um Arbeitsplätze bemühen, braucht mehr Export - hier steht er mit Deutschland und den Europäern in Konkurrenz.

Welches Zeichen will Obama setzen, wenn er Merkel die Freiheitsmedaille verleiht?

Die Medal of Freedom und der damit verbundene Pomp stellen die größtmögliche Ehrung dar. Vor Merkel hat als deutscher Politiker nur Helmut Kohl die Freiheitsmedaille bekommen. Das ist ein starkes Signal der Wertschätzung für den Gast mit Blick auf Merkels Biographie. Es signalisiert aber auch die Erwartungen.

Obama ist davon überzeugt, dass die Deutschen ein besserer Partner sind, wenn sie eine Führungsrolle übernehmen können. Innenpolitisch will Obama sicher auch auf seine starken Alliierten hinweisen - Deutschland ist immerhin gut aus der Krise gekommen. Allerdings haben die Deutschen bei den Amerikanern, vor allem bei den Republikaner, keinen besonders guten Ruf als zuverlässige Partner - wegen unseres Zögerns beim Einsatz der nötigen Machtmittel für ordnungspolitische Aufgaben: Die Währung für außenpolitische Freundschaft ist auch militärische Beteiligung. Der Libyen-Konflikt hat dieses Vorurteil bestätigt.

Kommentare (14)

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Zahlmeister

08.06.2011, 15:54 Uhr

Wenn Obama Merkel schmeichelt, so verfolgt er damit handfeste amerikanische Interessen.
Es geht den Amerikanern um die Sicherung deutscher Reccourcen bei der Durchsetzung ihrer imperialen Großmachtbestrebungen. Deutschlands führende Rolle wird sich auf Zahlungen für die ganze Welt beschränken.
Merkel hat die Freiheitsmedaille genauso verdient wie Obama den Friedensnobelpreis und Trichet den Karlspreis.
Wenn Obama sich so für amaerikaniche Interssen einsetzen würde wie Merkel für deutsche, dann hätte man ihn wohl schon erschossen.

Friedensmedaille

08.06.2011, 16:04 Uhr

Wenn man von einem Dummen was will, muss man ihm schmeicheln.

wtf

08.06.2011, 16:13 Uhr

Globale Führungsmacht für die New World Order. Die Bilderberger, Freimaurer und Konsorten muss Deutschlands "Sieg" über die verhasste friedliche Nukleartechnologie ja mächtig gefreut haben. Jetzt gilt es nur noch zu verhindern, dass Russland allzu sehr mit profitiert.

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