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03.01.2005

16:39 Uhr

Anfragen freiwilliger Helfer

Organisationen verstärken massiv Flutopfer-Hilfe

Am Montag sind die Aktionen der deutschen Hilfsorganisationen für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien verstärkt worden. 38 Experten des Technischen Hilfswerkes (THW) flogen von Frankfurt/Main aus nach Indonesien. Ihre Ausrüstung, darunter vier Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser, soll mit fünf Transportflugzeugen bis Dienstag vom Flughafen Hahn aus folgen.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks auf dem Weg zu ihrem Flugzeug, das sie in das südasiatische Katastrophengebiet transportieren wird. Foto: dpa

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks auf dem Weg zu ihrem Flugzeug, das sie in das südasiatische Katastrophengebiet transportieren wird. Foto: dpa

HB BONN. Die Malteser lösten mit ihrer Anfrage nach Kinderpsychologen ein Riesenecho aus: Mehr als 400 Anrufe gingen in der Kölner Zentrale ein. Die fünf Maschinen vom Typ Iljuschin 76 bringen neben den Trinkwasseranlagen des THW auch Material für die Instandsetzung von Brunnen und fünf Unimogs nach Sumatra. Zudem haben sie Treibstoff geladen, der für den Betrieb der Lastwagen während der ersten sieben Tage reichen soll. „Treibstoff ist dort nur sehr schwer zu erhalten“, sagte eine THW-Sprecherin.

Bei allen deutschen Hilfsorganisationen gehen auch weiterhin Anfragen vieler Freiwilliger ein, drunter auch von vielen Arbeitslosen, die Hilfe in den betroffenen Gebieten anbieten. Die meisten Organisationen aber setzen nur Leute mit Erfahrung ein. Auch die Malteser schicken nur ihre eigenen Leute. So sind sie etwa in Thailand bereits seit 25 Jahren tätig und können dort auch zusätzlich auf lokale Partner zurückgreifen. Auf lokale Mitarbeiter greifen die Malteser auch in Indien zurück. Greenpeace und Ärzte ohne Grenzen schaffen mit dem Schiff „Rainbow Warrior“ Hilfsmittel an die nördliche Spitze Sumatras.

Die 400 Anrufer, die auf den Aufruf nach Kinderpsychologen reagierten, werden jetzt nach Angaben von Maltesersprecherin Claudia Kaminski von einem Kindertraumapsychologen auf ihre Eignung getestet. Sie sollen nach Deutschland zurückgekehrte Kinder betreuen. Im Süden Indiens organisieren zwei Hilfsteams der SOS-Kinderdörfer die Einrichtung von 16 Notcamps. Vor allem in den besonders betroffenen Städten Negapattinam, Velankanni und Kanyakumari sollen bis zu 4000 Kinder in den Lagern betreut werden. Die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) ist mittlerweile in praktisch allen betroffenen Gebieten tätig. Ihre Mitarbeiter helfen in Sri Lanka, Indien, Thailand und jetzt auch in Indonesien.

Das Spendenaufkommen in Deutschland ist weiterhin hoch. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) teilte mit, für 45 Euro könnten zum Beispiel 600 Päckchen Orales Rehydratationssalz gegen Austrocknen bei schwerem Durchfall bereitgestellt werden. 90 Euro reichten für 10 000 Wasserreinigungstabletten; schon mit einer Tablette könne eine Familie bis zu fünf Liter Trinkwasser aufbereiten.

Die stärkere Einbindung von Entwicklungs-Organisationen forderte unterdessen das bischöfliche Hilfswerk Misereor. Die akute Soforthilfe, die mit Hilfe der Spenden aus Deutschland finanziert werden, werde bald an ihre Grenzen stoßen, sagte Misereor- Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. Der Wiederaufbau werde Jahre in Anspruch nehmen. Zudem sollten die Nichtregierungsorganisationen, die bereits seit vielen Jahren in den betroffenen Regionen tätig seien, zu den Geberkonferenzen eingeladen werden. Für eine noch effektivere Koordinierung der weltweiten humanitären Hilfe sprach sich der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, aus.

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