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14.11.2014

01:20 Uhr

Anführer angeblich am Leben

USA stellen sich auf langen Kampf gegen IS ein

Rund 130 Luftangriffe haben die USA und ihre Verbündeten gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien geflogen. Mit welchem Erfolg, bleibt offen. Derweil meldet sich der „Kalif“ aus der Kriegsregion.

Eine Explosion in der noch immer umkämpften syrischen Stadt Kobane. AFP

Eine Explosion in der noch immer umkämpften syrischen Stadt Kobane.

Washington/KairoDer Kampf der USA und ihrer Verbündeten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird nach den Worten von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel noch lange andauern. Zwar gebe es nach Monaten andauernder Bombardierungen im Irak und in Syrien „stetige und anhaltende Erfolge“. Doch „es wird ein langer und schwieriger Kampf werden“, sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington.

Eine genauere Einschätzung der Lage – wie lange der Kampf etwa dauern könnte – gab der Pentagonchef aber auch auf drängende Fragen nicht. „Es wird Rückschläge geben“, fügte er hinzu. Je stärker die irakische Armee vorankomme, desto stärker werde die Intensität der Luftangriffe der Koalition. Mehrere Abgeordnete äußerten sich besorgt über die Entwicklung.

Zugleich berichtete der TV-Sender CNN am Donnerstag, Präsident Barack Obama erwäge eine Strategieänderung in Syrien. Im Weißen Haus mache sich die Einschätzung breit, dass der IS in Syrien nicht besiegt werden könne, so lange Präsident Baschar al-Assad in Damaskus an der Macht ist.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Hagel sagte zwar: „Es gibt keine Strategieänderung in Syrien.“ Das Assad-Regime habe jede Legitimation verloren. Allerdings fügte er hinzu: „Wir können unsere Ziele in Syrien nicht mit einem Mal erreichen.“ Nach wie vor gebe es in Syrien keine rein militärische Lösung. Entscheidend sei die Stärkung einer gemäßigten Opposition. Deren Ausbildung werde aber noch acht bis zwölf Monate dauern.

Derweil hat die Terrormiliz mit einer erneuten Kampfansage an die USA und einer Versöhnung mit der bislang verfeindeten Al-Kaida in Syrien ihren Anspruch auf den gesamten arabischen Raum im östlichen Mittelmeer bekräftigt. Ihr Führer Abu Bakr al-Bagdadi ließ am Donnerstag eine Audiobotschaft veröffentlichen, in der er sogar einen Vormarsch bis nach Rom androhte. Islamische Extremisten sprechen von Rom oft als Synonym für Europa.

Al-Bagdadis in sozialen Netzwerken veröffentlichte Audiobotschaft kam vier Tage nach Berichten, der selbst ernannte Kalif des Islamischen Staats könnte bei einem Luftangriff verletzt worden sei. Die Audiobptschaft enthielt Anspielungen auf Ereignisse danach.

Die Luftoffensive der US-geführten Koalition gegen den IS sei gescheitert und die USA müssten letztlich Bodentruppen nach Irak schicken, wollten sie seine Kämpfer aufhalten. „Und hier ist (US-Präsident Barack) Obama, schickt weitere 1500 Soldaten, die behaupten, Berater zu sein, weil die Tag und Nacht andauernden Angriffe der Kreuzzügler auf die Orte des Islamischen Staats nicht dessen Vormarsch aufgehalten haben“, sagte er. Hagel wollte nicht zu Spekulationen Stellung nehmen, wonach der IS-Anführer, al-Bagdadi, bei dem kürzlichen Luftangriff verletzt oder getötet worden sei. Dazu wolle er sich nur bei einer anstehenden geheimen Ausschusssitzung äußern.

In der Audiobotschaft rief al-Bagdadi Muslime in aller Welt zum Heililgen Krieg und zur Tötung von „Abtrünnigen“ vor allem in Saudi-Arabien und Jemen auf. Seine Leute würden bis zum letzten Mann kämpfen, sagte er weiter. Experten zufolge schien die Aufzeichnung echt zu sein; die darin zu hörende Stimme stimme mit früheren von der Terrormiliz veröffentlichten Audio-Botschaften Al-Bagdadis überein.

Kommentare (4)

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Herr Helmut Paulsen

13.11.2014, 20:21 Uhr

Diese schwarz vermummte IS-Armee mutet so künstlich aufgebaut an. Sie verkörpert alles Schlechte, was der Islam ablegen möchte, alle Gräultaten, die man extremistischen Moslems nachsagt werden dort täglich durchgeführt.

Gerade deshalb mutet es so an wie ein Inszenierung.

Warum hätte so eine "Dauer-IS" Vorteile ?

- alle Extremisten werden dadurch angezogen DORT zu kämpfen, wen sie unbedingt gegen den Westen antreten wollen und ggf. sterben wollen - also ein "Bad-Magnet".

- es rechtfertigt eine Dauer-Präsenz der USA und NATO mitten im Nahen Osten, man kann also überall rundherum "mitmischen" und "sich einmischen" um "Nation-Building" und "Democracy-Building" zu betreiben, eine Macht-Basis des Westens

- die Rüctungs-Konzerne reiben sich die Hände bei jedem Dauer-Konflikt

- Erdöl- und Erdgas-Felder der Region stehen unter Kontrolle des Westens (künftige Energiebasis)

- die sogenannten "Flüchtlinge" werden nach Europa cerbracht, Hunterttausende jedes Jahr, damit man einen vermischten Kontinent Europa hat wo die Identitäten der Völker untergehen sollen in einer Lemmings-Welt.

Man hat vor der Haustür Russland einen Konflikt-Herd die Grenzregion Russland muss dauerhaft wachsam sein und ist "beschäftigt".

Den Moslems werden täglich ihre "schlechten Tradionen" in Form von Extremismus, Gewalt gegen Frauen, Grausamkeiten etc. vor die Nase gehalten - sie sollen sich langsam aber sicher davon distanzieren (Umerziehungs-Effekt, wie es mit den Deutschen seit 1945 praktiziert wird).

Meine Meinung dazu. "Alles Show" aber mit praktischen Hintergedanken.

Herr Helmut Paulsen

13.11.2014, 20:27 Uhr

1945er Um-Erziehung findet kein Ende in Deutschland. Schuld Angst Propaganda - alles für den naiven Lemming von morgen. Bekifft, geil, schwul, naiv, ungebildet, ferngesteuert, allein-lebend.

Danke (Atlantik-)Grüne !

GRÜNE 1990: Nie wieder Deutschandl

Noch Fragen ??

Herr Helmut Paulsen

13.11.2014, 20:29 Uhr

Seit 1945 ist es wie beim Rodeo.

Die Ami's sitzen auf dem Rücken der Deutschen aber das Pferd bäumt sich immernoch widerwillig auf.

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