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22.03.2014

11:03 Uhr

Angaben korrigiert

Israelische Sicherheitskräfte töten drei Palästinenser

US-Außenminister Kerry bemüht sich, die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu verlängern. Doch das ist jetzt noch schwieriger geworden: Israelische Soldaten haben drei Palästinenser erschossen.

Westjordanland

Israelisches Militär tötet Hamaskämpfer

Westjordanland: Israelisches Militär tötet Hamaskämpfer

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Dschenin/ Tel AvivBei der versuchten Festnahme eines Hamas-Mitglieds im Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben drei Palästinenser erschossen. Armee-Sprecher Peter Lerner korrigierte damit bei einer Telefonkonferenz frühere Angaben, es habe bei dem Einsatz am Samstagmorgen im Flüchtlingslager Dschenin vier Todesopfer gegeben.

Zunächst sei der wegen Terroranschlägen gesuchte Hamsa Abu al-Hidscha erschossen worden, nachdem er zwei Israelis verletzt habe. Bei anschließenden Unruhen seien zwei weitere Palästinenser getötet worden. Zuvor habe eine Menschenmenge die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen, Sprengsätzen und Steinen angegriffen, sagte Lerner.

Auf die Frage, ob bei dem Einsatz in dem Flüchtlingslager die möglichen negativen Auswirkungen auf die Friedensgespräche Israels mit den Palästinensern berücksichtigt worden seien, antwortete Lerner: „Al-Hidscha war eine tickende Bombe. Es war klar, dass wir handeln mussten.“ Al-Hidscha habe Weisungen der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas erhalten, und seine Planungen für weitere Anschläge gegen israelische Soldaten und Zivilisten hätten sich „in einem fortgeschrittenen Stadium“ befunden, sagte Lerner.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Mindestens weitere acht Menschen wurden am Samstagmorgen im Flüchtlingslager Dschenin verletzt. Die neue Gewalt könnte die Bemühungen von US-Außenminister John Kerry erschweren, die im April ablaufenden Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu verlängern.

Von

dpa

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