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16.01.2016

14:40 Uhr

Angebot an die USA

Nordkorea bietet Verzicht auf Atomtests gegen Friedensvertrag

Alles für den Frieden: Nordkorea hat sich bereiterklärt, künftig auf Atomwaffentests zu verzichten – wenn die USA einer offiziellen Versöhnung zustimmen. Doch Washington bleibt skeptisch.

Eigentlich gehören die USA zu den Todfeinden des nordkoreanischen Regimes. Dennoch bot Diktator Kim Jong-Un (m.) offenbar einen Friedensvertrag an. dpa

Überraschende Offerte

Eigentlich gehören die USA zu den Todfeinden des nordkoreanischen Regimes. Dennoch bot Diktator Kim Jong-Un (m.) offenbar einen Friedensvertrag an.

SeoulNordkorea hat ein Ende seiner Atomtests in Aussicht gestellt, wenn sich die USA im Gegenzug zu einem Friedensvertrag mit dem kommunistischen Land bereiterklärten. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA zitierte am Samstag einen Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums mit den Worten, Vorschläge, „den Frieden und die Stabilität in der Region zu erhalten, einschließlich derjenigen, unsere Atomtests einzustellen“, seien weiterhin gültig. Im Gegenzug müssten die USA ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea einstellen und einen Friedensvertrag schließen.

Die USA wiesen die Forderungen umgehend zurück. Man stehe zu seinen Sicherheitsverpflichtungen gegenüber Südkorea, betonte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington. „Es ist sehr schwierig, irgendeines ihrer Angebote ernst zu nehmen, insbesondere angesichts des vierten Atomtests“, sagte der Staatssekretär im Außenministerium, Antony Blinken, vor Journalisten in Tokio.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Nordkorea hatte zu Jahresanfang einen weiteren Atomtest unternommen, bei dem nach Angaben der Regierung in Pjöngjang eine Wasserstoffbombe zur Explosion gebracht wurde. Südkoreanischen Medien zufolge erwägen die USA als Reaktion die Entsendung eines Flugzeugträgers in die Region. Es sei denkbar, dass sich das Schiff an einem Manöver mit Südkorea beteilige.

Von

rtr

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