Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2005

09:05 Uhr

Angeklagter wollte Terrrorverdächtige "weich klopfen"

Zeuge im Abu-Ghoreib-Prozess belastet Angeklagten

Im Prozess gegen den US-Soldaten Charles Graner belastet die jüngste Zeugenaussage weiter. Er soll mehrfach Befehle von Vorgesetzten missachtet haben.

HB FORT HOOD/WASHINGTON. Dies sagte nach einem Bericht der Zeitung „Baltimore Sun“ der erste Zeuge der Verteidigung am Mittwoch im Militärprozess in Fort Hood (Texas) aus. Er untergrub damit die Argumentation Graners, der stets nur nach Befehl gehandelt haben will.

Hauptfeldwebel Brian Lipinski, wie Garner Angehöriger der 372. US- Militärpolizeieinheit aus Maryland, berichtete, dass der Angeklagte sich unter anderem trotz anders lautender Anweisungen die Haare habe wachsen lassen und seine Freundin Lynndie England besucht habe. Auch sie wird - in einem anderer Verfahren - der Gefangenenmisshandlung beschuldigt. Graner sei im November 2003 gemaßregelt worden, nachdem man bei einem Gefangenen blutende Gesichts- und Halsverletzungen festgestellt hatte, so Lipinski. Graner habe zunächst behauptet, der Gefangene sei gestolpert und aufs Gesicht gefallen.

Graner (36) werden Körperverletzung, Misshandlung und Pflichtversäumnisse vorgeworfen. Der Angeklagte argumentiert, dass er auf Befehl handelte und Terrorverdächtige mit harschen Methoden „weich klopfen“ sollte. Militärermittler berichteten aber, dass die meisten Gefangenen auf dem Foto normale Kriminelle waren.

Zeugenaussagen in dem Prozess hatten Graner bereits belastet. Ihm drohen bei einem Schuldspruch mehr als 17 Jahre Haft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×