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07.06.2011

03:58 Uhr

Angela Merkel

Dinner-Date mit dem US-Präsidenten

US-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Abendessen eingeladen. Die Gesprächsthemen blieben im Dunkeln. Es gibt Gründe dafür, diesen Termin dennoch als Besonderheit und als Zeichen zu werten.

Obama und Merkel nach dem Vier-Augen-Treffen. Quelle: Reuters

Obama und Merkel nach dem Vier-Augen-Treffen.

WashingtonAuf ihrer USA-Reise ist Kanzlerin Angela Merkel in Washington zu ihrem ersten Gespräch mit US-Präsident Barack Obama zusammengetroffen. Obama lud die CDU-Politikerin am Montag zum Abendessen ins Restaurant „1789“ im Stadtteil Georgetown - eine ungewöhnliche Geste, wie es aus amerikanischen Delegationskreisen hieß. Weitere Gespräche zwischen den beiden sollten folgen.

Außenminister Guido Westerwelle wies in Washington den Eindruck zurück, es gebe Störungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Aus amerikanischen Delegationskreisen verlautete, das Abendessen unter vier Augen unterstreiche die Bedeutung, die der Präsident der Beziehung zwischen den USA und Deutschland und damit der eigentlichen Wirtschaftsmacht in Europa zumesse.

Das Essen in dem im Landhaus-Stil eingerichteten Gourmet-Restaurant „1789“ war nur der Vorgeschmack auf den Höhepunkt der Reise: Die Verleihung der Freiheitsmedaille an Merkel am Dienstagabend im Rahmen eines Staatsbanketts mit 250 geladenen Gästen. Westerwelle erklärte, der „außergewöhnliche Empfang der deutschen Delegation durch die amerikanische Regierung zeigt ja, dass das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland wirklich vorzüglich ist.“

Es handele sich um ein enges, partnerschaftliches und freundschaftliches Verhältnis. „Und natürlich gibt es auch bei engsten Freunden gelegentlich unterschiedliche Auffassungen“, sagte Westerwelle und nannte als Beispiel die deutsche Entscheidung, sich anders als die USA nicht militärisch in den Libyen-Konflikt einzuschalten.

Die Themen des Gesprächs zwischen Merkel und Obama wurden zunächst nicht bekannt. Vorher hatte es aber bereits aus Delegationskreisen geheißen, beide würden sich bei ihren Treffen unter anderem über Afghanistan, den Nahen Osten, Iran und Wirtschaftsfragen austauschen.

Am Dienstagmorgen (Ortszeit) wird Merkel mit militärischen Ehren durch Obama und dessen Ehefrau Michelle offiziell begrüßt, es folgt ein weiteres Gespräch mit dem US-Präsidenten. Mittags trifft Merkel Vizepräsident Joe Biden und Außenministerin Hillary Clinton. Die Kanzlerin übernachtete im Gästehaus der US-Regierung, dem „Blair House“.

Für Dienstagabend steht die feierliche Verleihung der Freiheitsmedaille auf dem Programm. Der Termin im Weißen Haus kommt vom protokollarischen Aufwand her einem Staatsbesuch gleich. Obama richtet für Merkel ein Staatsbankett aus - eine Ehre, die bislang nur wenigen Regierungschefs zuteil wurde. Rund 250 Gäste sind dazu geladen, Merkel selbst hat Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann als prominente Verstärkung hinzu gebeten. Bei gutem Wetter soll das Bankett unter freiem Himmel im Rose Garden des Weißen Hauses abgehalten werden. Im Anschluss reist Merkel nach Deutschland zurück.

Merkel wird auf der Reise von Außenminister Westerwelle, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (beide FDP), Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) begleitet. Außerdem reisen Abgeordnete der Bundestagsfraktionen mit.

Merkels Ehemann Joachim Sauer reiste getrennt in die Vereinigten Staaten und hielt den Angaben zufolge zunächst einen Vortrag an einer Universität in Detroit. Er sollte am Dienstagnachmittag in Washington eintreffen und dann am Staatsbankett teilnehmen.

Kanzlerin Merkel reiste in ihrer Amtszeit nach Angaben aus Regierungskreisen noch nie mit einer so großen Delegation. Die CDU-Chefin wird am Mittwoch in Berlin zurückerwartet.

Von

dapd

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