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03.02.2012

14:36 Uhr

Angela Merkel in China

Peking zeigt der eisernen Kanzlerin die Grenzen auf

Nett und höflich wird Angela Merkel auf ihrer Chinareise überall empfangen. Doch hinter den Kulissen ist ihr Spielraum mehr als eng begrenzt. Das gilt für Besuche von Regimekritikern genauso wie für Wirtschaftsfragen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von ihren chinesischen Gastgebern genau in den Blick genommen. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von ihren chinesischen Gastgebern genau in den Blick genommen.

Selbstbewusst ist Angela Merkel bislang in China aufgetreten - bei der Rede vor Akademikern, bei den formellen Gesprächen im Prachtbau am Tiananmen-Platz,  beim Treffen mit Premierminister Wen Jiabao. Doch Merkel als eiserne Kanzlerin – das überzeugt die Chinesen auch am zweiten Tag von Merkels China-Reise nicht.

Hier steht Europas mächtigste Politikerin, die aber gegenüber den Problemen im eigenen Wirtschaftsraum offenbar hilflos ist. Da konnte Merkel in großer wie in kleiner Runde noch so anschaulich vom Fiskalpakt und den künftigen Wachstumsperspektiven in der EU erzählen: Solange Europa nicht mit einer Stimme spricht, sieht China keinen rechten Sinn darin, aufmerksam zuzuhören.

Und dass China an seinen grundsätzlichen Linien auch während eines Staatsbesuchs nicht abrückt, hatte der jüngste Eklat gezeigt. Als „alte Freundin Chinas“ wird Merkel zwar hofiert. Aber hinter der Fassade verhinderte die Staatssicherheit ein Treffen mit einem Bürgerrechtsanwalt - auch eine kritische Zeitung soll Merkel besser nicht besuchen. Selbst eine eiserne Kanzlerin kann in China nicht mit jedem sprechen mit dem sie möchte.

Präsident Hu empfängt Merkel

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Und was die Staatsschuldenkrise angeht: Im eigenen Land laufen die Rekapitalisierung der Finanzbranche oder die Unterstützung für rückständige Regionen reibungslos. Warum aber bekommt Europa das nicht hin, die Wiege moderner Wirtschaftskultur?

Immerhin: Regierungschef Wen Jiabao sagte bei Wirtschaftsgesprächen mit Merkel in der südchinesischen Metropole Guangzhou: „China ist bereit, mit Europa zu kooperieren, um gegen die gegenwärtige Krise anzugehen.“ Zuvor hatte Staats- und Parteichef Hu Jintao der Kanzlerin bei Gesprächen am Vormittag in Peking versichert, dass es an chinesischer Unterstützung zur Überwindung der Krise nicht fehlen werde, wie deutsche Regierungskreise schilderten.

Kommentare (21)

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Pro-D

03.02.2012, 15:02 Uhr

Kommen wir doch mal auf den wesentlichen Punkt.

Der Besuch in China ist ein Besuch der Höflichkeit. Die Zeiten sind vorbei, wo Politiker alleine etwas bewirkt haben.

Die Beziehung zu China sind ausgesprochen gut, wirtschaftlich gesehen. Selbst mein Gehalt kommt inzwischen fast zu 40% aus Erlösen aus China. Als mein Arbeitgeber in den 80zigern die Beziehungen zu China aktiviert hat, begann eine z.T. sehr lehrreiche Zeit für uns. Vieles läuft in China anders, als man es hier kennt. Trotzdem ist es von beiden Seiten gelungen, dass wir eine beidseitige, kooperative Zusammenarbeit hin bekommen haben.

Zusammenfassend muss ich allerdings feststellen, dass diese Medienberichte eigentlich nichts mit der Realität zu tun haben. Man schreibt etwas für das geBILDete Stimmvolk, so dass der normale Bürger sich in seiner Meinung bestätigt fühlt. Aber das hat nun wirklich nichts mit der Realität zu tun. Und bevor sich hier gut gemeinte Leser-Kommentare wieder ereifern sollten sie einfach berücksichtigen, dass die Medien nur das schreiben, was das Volk hören will. Aber nicht das, was wirklich ist.



Account gelöscht!

03.02.2012, 15:03 Uhr

Nimm uns doch bitte endlich jemand diese Politverbrecher ab und ersetze sie mit jungen dynamischen Leuten mit Herz und Verstand...diese altbackenen Gestalten die nicht nur hochkriminell sonder auch verlogen sind, treiben dieses Land in den absoluten Abgrund der nicht wieder so schnell auszubügeln sein wird.

Account gelöscht!

03.02.2012, 15:04 Uhr

Man darf dem Chinesen zustimmen. Dass der Kontinent im Jahr drei immer noch keinen belastbaren Plan aufweist, wie man Europa retten und insbesondere mit einem 0-Wirtschaftskandidaten Griechenland verfahren soll.

Immer wieder Geld ins Faß werfen, was die Griechen dann ohnehin nur an Phantomretner auszahlen, sich Geschwafel anhören "wir werden unsere Wirtschaft hochfahren" (Ja - welche Wirtschaft??") ist kein Plan - sondern eher Ausdruck von Wunschdenken. Europa wirkt momentan eher wie das Gesabbel eines vorpubertierenden Kindes. Und wenn Deutschlands Bürger gefragt werden würden, würden sie sich wohl ähnlich verhalten wie die Chinesen.

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