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25.11.2015

21:31 Uhr

Angela Merkel in Paris

Hollande will deutschen Militäreinsatz in Syrien

VonThomas Hanke

Francois Hollande braucht Partner im Kampf gegen den IS. Obwohl Deutschland nun deutlich mehr Soldaten nach Mali schickt, wünscht er sich von Kanzlerin Merkel zusätzlich ein stärkeres Engagement im Irak und in Syrien.

Der französische Präsident wünscht sich ein stärkeres militärisches Eingreifen Deutschlands in den Krieg gegen den IS. dpa

Merkel und Hollande

Der französische Präsident wünscht sich ein stärkeres militärisches Eingreifen Deutschlands in den Krieg gegen den IS.

ParisSeite an Seite standen Angela Merkel und François Hollande am Mittwochabend im Elysée-Palast. Gerade hatten sie gemeinsam mit der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf der Place de la République der Anschläge gedacht. „Ich habe eine Blume niedergelegt, eine in einem Meer aus Blumen und Kerzen“, sagte Merkel.

Doch sofort hatte die Realpolitik sie wieder. Gleich zu Beginn machte Hollande deutlich, was er erwartet, ein zwischen Freunden äußerst unübliches Vorgehen: Er dankte „Angela“ dafür, dass sie bereits wichtige Entscheidungen getroffen habe und die Entsendung weiterer Soldaten nach Mali angekündigt hat.

„Doch ich wünsche mir, dass Deutschland sich noch stärker engagieren kann im Kampf gegen Daesch im Irak und Syrien, ich werde sehr aufmerksam verfolgen, was die Kanzlerin dazu sagen wird.“ Er kenne die deutschen Regeln für Militäreinsätze, „doch wenn die Bundesrepublik weiter gehen könnte, wäre das sehr gut“, insistierte der Präsident auf sehr direkte Weise.

Paris und Berlin haben sich auseinander bewegt, das wurde in diesem Moment zum ersten Mal öffentlich deutlich. Hollande drängt die Deutschen dazu, Frankreich nicht nur in Mali zu entlasten, was sehr wichtig ist für die französische Armee und auch gebührend gewürdigt wird.

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Doch die französische Regierung wünscht sich auch, dass die Deutschen sich an der Koalition gegen den Islamischen Staat im Irak und Syrien mit eigenen militärischen Kräften zu beteiligen, nicht nur mit Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer.

Da aber hat die Bundesregierung starke Vorbehalte: Sie verlangt eine sichere völkerrechtliche Basis. Ob die am vergangenen Wochenende verabschiedete Resolution des UN-Sicherheitsrates dafür ausreicht, ist noch ungewiss. Und sie glaubt nicht daran, dass der Terrorismus militärisch besiegt werden kann, bestimmt nicht allein durch Bombardements.

Merkel ging am Mittwochabend im Elysée-Palast souverän mit Hollandes undiplomatischer Direktheit um: Sie ließ sich in ihrem kurzen Statement vor dem gemeinsamen Abendessen nicht in die Karten blicken. Sie ging auf die Anschläge in der französischen Hauptstadt vor zwölf Tagen ein, stellte fest, dass die Pariser einen Alptraum durchlebt hätten und dass Deutschland an der Seite Frankreichs stehe. Alles müsse dafür getan werden, damit sich ein solcher „Angriff auf unsere Freiheit“ nicht wiederholen könne.

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