Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2007

18:12 Uhr

Angela Merkel

Zu Besuch in Russland

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Sonntag zu einem Kurzbesuch nach Russland. Im Gepäck hat sie nicht nur die Arbeitsprogramme der deutschen EU- und G8-Präsidentschaft, sondern auch die Forderungen der EU nach einer verlässlicheren Energie-Partnerschaft.

Am Sonntag trifft Angela Merkel den russischen Präsidenten Putin. Foto: dpa dpa

Am Sonntag trifft Angela Merkel den russischen Präsidenten Putin. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Sonntag bei Russlands Präsident Wladimir Putin mehr Verlässlichkeit in der Energiepartnerschaft zwischen der EU und Russland einfordern. Es gehe darum, dass beide Seite stabile und langfristige Lieferbeziehungen aufbauten, hieß es vor dem nur eintägigen Russland- Kurzbesuch der Kanzlerin aus der Bundesregierung. Dabei kann im Energie-Dialog mit Russland die EU nach Ansicht von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) durchaus selbstbewusste Töne anschlagen.

Merkel sieht die Reise nach Sotschi an der Schwarzmeerküste, wo sie Putin in seiner Sommerresidenz begrüßen wird, als Antrittsbesuch beim Präsidenten in ihrer Eigenschaft als EU-Ratspräsidentin und Vorsitzende in der G8-Runde der führenden Industrienationen an. Einen ähnlichen Kurzbesuch hatte sie Anfang Januar auch US-Präsident George W. Bush abgestattet.

Die vorübergehende Einstellung der russischen Öllieferungen nach Europa über die Pipeline „Druschba“ (Freundschaft) hatte Anfang Januar in der EU für Empörung gesorgt. Auch Merkel hatte sich als amtierende Ratspräsidentin stark irritiert gezeigt. Grund für den Stopp war der Ölpreis-Streit zwischen Russland und Weißrussland, über dessen Territorium die Pipeline läuft.

In einem Interview mit der am Montag erscheinenden „Wirtschaftswoche“ sagte Steinmeier: „Es ist falsch, von einseitiger Abhängigkeit Deutschlands und Europas von Russland zu reden. Russland ist genauso abhängig von Europa.“ Die EU sei als einer der größten Binnenmärkte der Welt mit einer enormen Nachfragemacht ausgestattet: „Und sie muss im Bewusstsein dieser Macht mit klaren Zielvorstellungen in die Gespräche mit Russland gehen“, sagte Steinmeier.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×