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08.12.2014

08:44 Uhr

Angelo Caloia

Vatikanbank friert Konto vom Ex-Chef ein

60 Millionen Euro unterschlagen: Der ehemalige Vatikanbank-Präsident, ein Ex-Generaldirektor und ein Anwalt stehen im Ermittlungsfokus der Skandalbank. Zwielichtige Immobiliengeschäfte werden ihnen zum Vorwurf gemacht.

Papst Franziskus kämpft gegen Filz und Untreue im „Institut für Religiöse Werke“. dpa

Papst Franziskus kämpft gegen Filz und Untreue im „Institut für Religiöse Werke“.

VatikanstadtDie Vatikanbank hat wegen Untreuevorwürfen die Konten von zwei früheren Managern und eines Rechtsanwalts einfrieren lassen. Wie die Bank am Samstag mitteilte, geht es um Vorgänge aus den Jahren 2001 und 2008, die bei im vergangenen Jahr gestarteten internen Kontrollen aufgefallen seien. Die Bank, laut offiziellem Titel „Institut für Religiöse Werke“, hat nach eigenen Angaben bereits vor einigen Monaten Anzeige gegen die drei Männer erstattet. Nun seien auch die Konten der Betroffenen eingefroren worden.

Die Vatikanbank wollte wegen der laufenden Ermittlungen keine weiteren Einzelheiten nennen. Italienischen Medienberichten zufolge wird gegen den früheren Vatikanbank-Präsidenten Angelo Caloia, Ex-Generaldirektor Lelio Scaletti und den Anwalt Gabriele Liuzzo ermittelt. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, den Verdächtigen werde Untreue vorgeworfen.

Laut Medienberichten sollen sie bei Immobiliengeschäften der Bank bis zu 60 Millionen Euro unterschlagen haben. Für diese Geschäfte nutzten sie offenbar Briefkastenfirmen in Steueroasen. Außerdem ließen sie die Bank laut „Spiegel Online“ Immobilien unter Wert verkaufen. Nach einem Weiterverkauf zum Marktwert teilten sich die Käuferfirmen und das Vatikan-Trio wohl den Gewinn.

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Die Vatikanbank steht seit langem wegen ihrer Intransparenz und wegen zahlreicher Skandale in der Kritik. Im Juni vergangenen Jahres setzte Papst Franziskus eine Kommission ein, die das Verhalten der Bank untersuchen und Vorschläge für Reformen vorlegen soll. Unmittelbarer Anlass waren Geldwäscheermittlungen der italienischen Behörden. Der aktuelle Untreue-Skandal ist ein Novum, weil das umstrittene Institut selbst ihn öffentlich gemacht hat.

Von

afp

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