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22.09.2013

15:39 Uhr

Angriff auf Christen

Mehr als 70 Tote bei Anschlag auf Kirche in Pakistan

Nach dem Sonntagsgottesdienst schlugen sie zu: Zwei Selbstmordattentäter haben in Pakistan mindestens 75 Menschen getötet, zahlreiche weitere wurden verletzt. Das Ziel war die christliche Minderheit des Landes.

Nach dem Anschlag trauern Christen um ihre Angehörigen. AFP

Nach dem Anschlag trauern Christen um ihre Angehörigen.

PeshawarBei einem Selbstmordanschlag auf Christen vor einer Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar sind am Sonntag mindestens 75 Menschen getötet worden. 135 Menschen seien bei dem Doppelanschlag zum Abschluss des Gottesdienst verletzt worden, sagte der diensthabende Arzt im Leady Reading Hospital, Iftikhar Ali. Nach Angaben der Polizei sprengten sich zwei Selbstmordattentäter auf dem Kirchengelände in die Luft.
Der Chef der örtlichen Polizeistation, Muhammed Noor, sagte, in der Kirche sei gerade das Abschlussgebet gebetet worden. Auf dem Areal davor habe zu diesem Zeitpunkt bereits die Verteilung von Essen begonnen gehabt. Dort hätten die beiden Attentäter die Gemeindemitglieder angegriffen. Ali sagte, unter den Toten seien sechs Frauen und drei Kinder im Alter von drei bis acht Jahren.
Ein Augenzeuge sagte dem Sender Geo TV, mindestens 600 Gläubige seien zu dem Zeitpunkt auf dem Kirchenareal versammelt gewesen. Nach Polizeiangaben trug jeder der beiden Attentäter sechs Kilo Sprengstoff bei sich. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Im Nordwesten Pakistans verüben Taliban-Gruppen regelmäßig Anschläge.

Nach Gottesdienst

Dutzende Tote bei Anschlag auf Kirche in Pakistan

Nach Gottesdienst: Dutzende Tote bei Anschlag auf Kirche in Pakistan

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Bischof Sadiq Daniel, der den anglikanischen Kirchen in Pakistan vorsteht, forderte einen besseren Schutz der Gotteshäuser. Er kündigte eine dreitägige Trauer an, bei der alle christlichen Bildungs- und Sozialeinrichtungen geschlossen blieben. In christlichen Krankenhäusern würde nur die Notaufnahme geöffnet.
Premierminister Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. Es sei gegen die Lehren des Islam und aller Religionen, Unschuldige anzugreifen, hieß es in einer Mitteilung. „Terroristen haben keine Religion.“ Sharif versucht seit seiner Amtsübernahme im Juni, Gespräche mit den pakistanischen Taliban (TTP) in die Wege zu leiten. Bislang sind diese Versuche erfolglos geblieben. Die Taliban setzen ihre Gewalttaten unbeirrt fort.
Christen in Pakistan klagen besonders im Zusammenhang mit den international umstrittenen Blasphemiegesetzen des Landes über Diskriminierung. Gezielte Angriffe auf Angehörige der Minderheit oder auf Kirchen sind aber - gemessen an der sonst in Pakistan vorherrschenden Gewalt - verhältnismäßig selten. Nicht-Muslime - darunter fallen neben Christen beispielsweise auch Hindus - stellen weniger als fünf Prozent der rund 180 Millionen Pakistaner.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

22.09.2013, 15:49 Uhr

Diese Typen machen sich ja inzwischen hier auch wie die MAde im Speck breit...wird nicht mehr lange dauern bis bei uns etwas passiert. Sponsored by BRD!

Account gelöscht!

22.09.2013, 15:55 Uhr

Der Krieg der Religionen läuft schon über Jahre, aber wie in Afghanistan, wollen die Muslime nur schaufeln.

Unsere Gräber...

Account gelöscht!

22.09.2013, 16:28 Uhr

Und in Deutschland muss man nicht nur die Wut von Islamisten, sonder eigentlich fast mehr die Reaktionen der multikulturalisitischen Linken samt ihrer Medien fürchten, wenn man den Islam auch nur kritisiert.


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PS: Ist es nicht geradezu absurd, dass ausgerechnet jene politische Klientel, die nie Probleme damit hatte Christenfeindlich oder Christentumsfeindlich zu sein-- auch virulent Christentumsfeindlich-- heute Begriffe wie "Islamophobie" schuf und propagiert, sämtliche Islamkritiker als Rechtsextremisten zu diffamieren versucht.

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