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13.08.2012

06:48 Uhr

Angriff auf Iran?

Israelis protestieren gegen Netanjahus Kriegs-Rhetorik

Israel hat seine Rhetorik gegen den Iran verschärft. Bei den Israelis kommt der scharfe Ton nicht gut an. Hunderte demonstrierten gegen einen möglichen Angriff auf das Mullah-Regime.

Im Batman-Kostüm gegen den Krieg: ein Demonstrant in Tel Aviv. Auf dem Plakat steht: „Überlasst die Explosionen und Effekte den richtigen Superhelden! Geht nach Hause!“ Reuters

Im Batman-Kostüm gegen den Krieg: ein Demonstrant in Tel Aviv. Auf dem Plakat steht: „Überlasst die Explosionen und Effekte den richtigen Superhelden! Geht nach Hause!“

Tel AvivMehrere hundert Israelis haben am Sonntagabend in Tel Aviv versammelt, um die Regierung von einem möglichen Angriff auf den Iran abzuhalten. Sie demonstrierten vor einem Gebäude, in dem auch Verteidigungsminister Ehud Barak wohnt.

Die Demonstranten riefen Barak und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, eher zurückzutreten, als das Leben israelischer Bürger zu gefährden. Ein Mann, der ein Bild mit Barak in SS-Uniform hochhielt, wurde von den Organisatoren der Kundgebung fortgeschickt.

Israelische Zeitungen hatten am Freitag berichtet, Barak und Netanjahu würden auf einen israelischen Angriff im Herbst drängen. Damit solle verhindert werden, dass der Iran sich Atomwaffen beschaffe. Nach einer Umfrage der Zeitung „Maariv“ würden 40 Prozent der Israelis einen Alleingang gegen den Iran gutheißen. 35 Prozent würden lieber den USA den Vortritt lassen.

Zuvor hatten sich die Hinweise auf einen möglichen israelischen Angriff auf das mutmaßliche iranische Atomprogramm verdichtet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag im Kabinett, der Iran stelle die größte aller Gefahren für Israel dar. „Daher wiederhole ich und bekräftige nochmals: Der Iran darf nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen“, erklärte er.

Das israelische Militär hat unterdessen in einem Testlauf Kurznachrichten an Mobiltelefone verschickt, in denen die Bevölkerung vor möglichen Raketenangriffen gewarnt wird. Das landesweite Experiment soll bis Donnerstag fortgesetzt werden und Hunderttausende Handynutzer erreichen.

Testlauf für Warnsystem: Israelis erhalten SMS bei Raketenangriff

Testlauf für Warnsystem

Israelis erhalten SMS bei Raketenangriff

Israelische Medien sehen das als Vorbereitung auf eine Eskalation des Streits mit Iran.

Israelischen Medienberichten zufolge treibt der Iran die Entwicklung eines atomaren Sprengkopfes voran. Die liberale und regierungskritische Zeitung „Haaretz“ berichtete am Sonntag, der jüngste Lagebericht der US-Geheimdienste sei „in letzter Minute“ um Informationen über Fortschritte beim Bau eines Sprengkopfes ergänzt worden.

Die neuen Erkenntnisse gingen weit über die der Internationalen Atomenergieagentur hinaus. Die regierungsnahe „Israel Hajom“ berichtete, die Führung in Teheran habe auch die Arbeiten für den Bau einer Trägerrakete forciert. Beide Zeitungen beriefen sich auf Informationen aus Regierungskreisen und durchgesickerte Geheimdienst-Erkenntnisse, nannten aber keine Details.

Kommentare (17)

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mon_y.burns@dynip.name

13.08.2012, 00:12 Uhr

(...)

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Bitte diskutieren Sie zum Thema.

IsraelOderDerIranDasOpfer

13.08.2012, 01:52 Uhr

Hier ein paar Fakten zur Erinnerung:

Der Iran hält keine eroberten Gebiete besetzt, wie es Israel seit dem angeblichen Angriffskrieg von 1967 im Golan, im Gaza Streifen, Im Westjordanland und in Ostjerusalem völkerwiderrechtlich tut.

Iran hat keinen einzigen Krieg mit seinen Nachbarn seit 1979 angefangen im Gegensatz zu Israel, dass zB den Libanon, den Gazastreifen und Syrien wiederholt angegriffen hat.

Der Iran wurde mit Hilfe des Westens von Saddam Hussain angegriffen.

Der Iran, nicht Israel, ist das einzige Land der Region, das mit chemischen Waffen je angegriffen wurde. Der Iran hat daher ein vollkommen normales Anrecht auf ausreichende Verteidigung.

Irans Wirtschaft wird seit 3 Jahrzehnten systematisch kaputtgemacht: 1976 bekam man für eine DM 3 Toman, heute kommen auf einen Euro etwa 1600 Toman!

Während der Iran keine Waffen mehr aus dem Westen seit den 70iger Jahren bekam, hat Israel die besten Waffensysteme der Welt, denen keiner der Araber oder der Iran nur irgendetwas Vergleichbares entgegensetzen kann.

Israel, nicht der Iran, hat ein geschätztes Atombombenarsenal von 100-400, der Iran keine einzige!

Der Weg zum Frieden kann am Ende nur politisch kommen und per Ausgleich gerechtfertigter nationaler Interessen in der Region zustande kommen.

Es wird Zeit, dass nicht mit der bisherigen kurzsichtigen Politik brutaler Gewalt, sondern mit Klugheit, Weitsicht und politischer Vernunft ein wirklicher Ausgleich in der Region gesucht wird, so wie in Europa nach dem Krieg.

Account gelöscht!

13.08.2012, 06:39 Uhr

Und @ rokober
Die Bezeichnung Palästinenser ist die lateinische Version von Philister, hat aber mit dem philistäischen Insel- und Küstenvolk nichts zu tun, denn der römische Kaiser Hadrian setzte 135 nach Chr. Für das von ihm eroberte Israel/Judäa den Namen „Provinz Syria Palästina“ ein. Daher ist der Anspruch der Palästinenser, Ureinwohner des Landes zu sein, absurd. Bis zur Staatsgründung Israels 1948 waren alle Bewohner des britischen Mandatsgebietes „Palästinenser“, egal ob Araber, Juden oder Christen. Auch Israels Staatsgründer David Ben Gurion war laut Pass Palästinenser. Und die erste jüdische Tageszeitung hiess „Palestine Post“. Der Begriff eines „palästinensischen Volkes“ taucht erstmals 1964, mit der Gründung der „Palestine Liberation Organization“ auf. Damit rief 1969 Arafat die PLO ins Leben, denn nur der Mythos eines Volkes konnte die bis dahin so unterschiedlichen und zerstrittenen Araber in diesem Gebiet vereinen. Weil der heutige Palästina-Begriff gebietsmässig an das britische Mandatsgebiet gekoppelt ist, muss noch festgestellt werden, dass von diesem „Palestine“ 74% auf der Ostseite des Jordanflusses liegen und nur 24% auf seiner Westseite, was Israel und die Westbank beinhaltet. Wenn also von einer Befreiung Palästinas die Rede ist, fragt man sich, warum dann nur von dem Gebiet Israels und nicht von den 74% jenseits des Jordans.

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