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04.02.2017

02:47 Uhr

Angriff auf Soldaten in Paris

„Kaum Zweifel“ an Terror

Am Pariser Louvre hat ein mutmaßlicher Terrorist einen Soldaten angegriffen. Die Sicherheitskräfte haben den Verdächtigen gestoppt und schwer verletzt. Frankreichs Präsident Hollande spricht von einer Terrorattacke.

Vermutlicher Terroranschlag in Paris vereitelt

Das ist der derzeitige Ermittlungsstand

Vermutlicher Terroranschlag in Paris vereitelt: Das ist der derzeitige Ermittlungsstand

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ParisNeuer Terroralarm in Frankreich: Eine Militärpatrouille hat am Pariser Louvre einen mit einer Machete bewaffneten Angreifer niedergeschossen. Es gebe „kaum Zweifel“ am „terroristischen Charakter“ der Attacke, sagte Staatspräsident François Hollande am Rande des EU-Gipfels auf Malta. Der Mann hatte sich nach Polizeiangaben am Freitagvormittag auf die Soldaten gestürzt und dabei „Allahu akbar“ gerufen („Gott ist groß“ auf Arabisch). Ein Soldat eröffnete das Feuer und verletzte den Angreifer schwer am Bauch.

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen versuchten Mordes und Terrorismus ein. Die Identität des Mannes war zunächst nicht bekannt. Am Freitagnachmittag führten Ermittler mehrere Durchsuchungen durch, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Justizkreisen bestätigt wurde.

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge, im Land gilt deshalb der Ausnahmezustand. Wegen der Terrorgefahr patrouillieren in Paris ständig Militärs, gerade auch an touristischen Wahrzeichen wie dem Louvre-Museum. Der Sprecher des Innenministeriums warnte vor Spekulationen, solange das Motiv des Mannes noch nicht geklärt sei. Ein Soldat wurde leicht an der Kopfhaut verletzt, sollte das Krankenhaus aber noch am Freitag wieder verlassen können.

Der Pariser Louvre wurde nach der Tat wegen Terrorgefahr gesperrt. AP

Louvre

Der Pariser Louvre wurde nach der Tat wegen Terrorgefahr gesperrt.

Die Attacke ereignete sich auf einer Treppe, die von einem Platz neben dem Louvre zu einer unterirdischen Einkaufspassage führt, über die man auch zum Eingang des weltberühmten Kunstmuseums gelangt. Sprengstoff hatte der Angreifer nicht bei sich. Ein Militärsprecher sagte, zunächst hätten die Soldaten versucht, ihn mit Nahkampf-Techniken zu überwältigen. Weil dies nicht gelang, gab ein Soldat fünf Schüsse ab. Präsident Hollande würdigte „den Mut und die Entschlossenheit“ der Militärs.

Das Museum wurde geschlossen, die anwesenden Besucher mussten vorsichtshalber zunächst im Inneren bleiben. Laut Innenminister Bruno Le Roux saßen etwa 1200 Menschen zeitweise fest, sie wurden später nach Kontrollen wieder aus dem Gebäude gebracht. Das jedes Jahr von vielen Millionen Menschen besuchte Museum mit dem berühmten Gemälde der „Mona Lisa“ sollte am Samstag wieder öffnen, wie Kulturministerin Audrey Azoulay ankündigte.

Sollte es sich bei dem Vorfall um einen Anschlag handeln, wäre dies der erste Terrorakt in Frankreich seit dem islamistischen Mord an einem katholischen Priester in Nordfrankreich im Juli vergangenen Jahres. Seit Anfang 2015 wurden in Frankreich 238 Menschen bei Anschlägen getötet, die verheerendsten waren die Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 mit 130 Toten und die Lastwagen-Attacke vom 14. Juli 2016 in Nizza. Unter den Folgen der Attacken hatte gerade in Paris auch die Tourismusbranche gelitten. Der Louvre verzeichnete im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr.

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Seit den islamistischen Terroranschlägen von 2015 und 2016 patrouillieren Soldaten an öffentlichen Plätzen in Frankreich, um die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei zu unterstützen. Der Vorfall am Freitag erzeugte Panik. Der 53 Jahre alte Augenzeuge Olivier Majewski schilderte, wie er 30 bis 40 Menschen aus dem Gebäudekomplex rennen sah. Jemand habe gerufen: „Es hat einen Terrorangriff gegeben“. Das französische Innenministerium erklärte, dass Antiterrorstaatsanwälte die Ermittlungen übernommen hätten. Staatsanwalt François Molins erklärte am Abend auf einer Pressekonferenz, dass es sich bei dem Täter vermutlich um einen 29-jährigen Ägypter handele, der am 26. Januar mit einem gültigen Visum von Dubai nach Paris gereist sei. Der Mann sei in den Vereinigten Arabischen Emiraten wohnhaft.

Der Louvre zählt zu den berühmtesten Kunstmuseen der Welt. Er ist gleichzeitig einer der größten Touristenmagneten der französischen Hauptstadt.

Kommentare (6)

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Rainer von Horn

03.02.2017, 11:12 Uhr

Nichts weiter als ein neuer bedauerlicher Einzelfall -und das, obwohl Erdolf unserer Bundes- Mutti gestern noch erklärt hat, dass der Islam ja gar nix mit Terror zu tun habe- und man beginnt sich ja auch langsam an das massenhafte Vorkommen solch bedauerlicher Einzelfälle zu gewöhnen.

Herr Lee Rtasche

03.02.2017, 11:41 Uhr

DAS LEBEN IST EIN WERT AUF ZEIT.

Ohne Übertreibung darf gesagt werden, dass ein solcher Attentäter derzeit nicht in die Vereinigten Staaten einreisen kann.

ES GIBT SIE - STAATEN IN EUROPA, DIE SICH UM
DIE SICHERHEIT IHRER BÜRGER BEMÜHEN.

Herr Alessandro Grande

03.02.2017, 11:56 Uhr

@Rtasche: Nur liegen die USA nicht in Europa ;-) Welche Länder sind das denn?

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