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11.01.2007

13:16 Uhr

Angriff in Somalia

USA dementieren Tod von El-Kaida-Führer

Somalische Regierungsvertreter und amerikanische Medien gleichermaßen haben den Tod eines El-Kaida-Anführers durch einen US-Angriff wohl ausschließlich per Ferndiagnose registriert - und die war falsch: Der US-Botschafter in Kenia hat jetzt eingeräumt, dass der seit langem Gesuchte wohl nicht unter den Toten ist.

Mit einer solchen AC-130 griff die US-Luftwaffe Ziele in Somalia an. Foto: dpa

Mit einer solchen AC-130 griff die US-Luftwaffe Ziele in Somalia an. Foto: dpa

HB NAIROBI. „Fazul Abdullah Mohammed wurde weder getötet noch gefangen genommen“, sagte Botschafter Michael Ranneberger, der auch für Somalia zuständig ist, am Donnerstag in Nairobi. Er schloss zudem aus, dass es bei dem Angriff zivile Opfer gegeben habe. Mohammed gilt als Verantwortlicher für die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren. Somalische Regierungsvertreter und amerikanische Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, Mohammed sei bei einem US-Luftangriff getötet worden.

Der Uno-Sicherheitsrat nahm den US-Angriff auf Ziele im Süden Somalias am Mittwoch zur Kenntnis. Die USA informierten das höchste Uno-Gremium am Mittwoch über den Einsatz, Fragen und Einwände seitens der restlichen Mitglieder gab es nicht, wie russische und chinesische Diplomaten nach der Sitzung erklärten. Der Beschuss des Dorfes war auf heftige internationale Kritik gestoßen. Die neue Dimension des Eingreifens der USA könnte zu weiterer Gewalt führen, ließ Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon über eine Sprecherin erklären.

Die US-Gesandte Jackie Sanders unterstrich, der Luftangriff im Süden Somalias habe hochrangigen El-Kaida-Anführern gegolten. „Wir haben ein gutes Gedächtnis, wenn Terroristen unschuldige Amerikaner und, in diesem Fall, auch Afrikaner getötet haben“, sagte sie und bezog sich auf die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998.

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