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22.08.2013

18:36 Uhr

Angriff

Libanon feuert Raketen auf Israel ab

Erstmals seit knapp zwei Jahren schossen Unbekannte bis zu vier Raketen aus dem Libanon auf Israel ab. Die Aktion wird der Hisbollah-Miliz zugerechnet. Israels Ministerpräsident droht mit Gegenschlägen.

Anwohner in Gesher Haziv schauen sich die Einschlagsstelle einer der Raketen an. AFP

Anwohner in Gesher Haziv schauen sich die Einschlagsstelle einer der Raketen an.

HaifaAus dem Libanon sind erstmals seit knapp zwei Jahren mehrere Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden. Einwohner und Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten in dem Gebiet nördlich von Haifa am Donnerstag von Explosionen und Sirenen-Alarm. Die israelische Armee teilte mit, das Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ („Iron Dome“) habe eine Rakete aus dem Libanon abgefangen.

„Wir haben vier oder fünf Explosionen gehört, danach heulte die Sirenen eine Minute lang“, berichtete eine Einwohnerin im Dorf Klil. „Unbekannte haben die Raketen aus zwei Stellungen südlich und östlich der Stadt Tyros auf Israel abgeschossen“, sagte ein Vertreter der libanesischen Sicherheitskräfte auf Anfrage. Es handelte sich demnach um vier Geschosse. Die israelische Armee sprach von „drei oder vier Raketen, die südlich von Tyros abgefeuert worden.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte am Donnerstagabend mit Gegenschlägen. „Jeder der uns Leid zufügt oder dies versucht, sollte wissen, dass wir zurückschlagen“, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache, die kurzfristig ins Programm aufgenommen wurde.

Der Abschuss eines Geschosses sei zwischen den Küstenstädten Naharija und Akko erfolgt, teilte der israelische Armeesprecher Peter Lerner mit. Die Raketen seien „vermutlich von einer global operierenden Dschihadgruppe abgefeuert worden, schlugen aber nicht auf dem Boden ein, sondern landeten im Meer oder sonst wo“, sagte Lerner. Die Polizei forderte alle Einwohner in der Region auf, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.

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