Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.03.2011

16:51 Uhr

Angriffe auf Libyen

Alliierte bombardieren Gaddafis Truppen

Libyens Staatschef Gaddafi schäumt und schwört Vergeltung. Eine Armada von Flugzeugen und Schiffen nimmt sein Land unter Beschuss. Die internationale Militäroperation „Odyssey Dawn“ setzt eine Flugverbotszone durch.

Ein Rebell feiert den Angriff westlicher Kampfflugzeuge auf Gaddafis Truppen. Quelle: Reuters

Ein Rebell feiert den Angriff westlicher Kampfflugzeuge auf Gaddafis Truppen.

TripolisKrieg in Nordafrika: Eine internationale Streitmacht hat Libyen angegriffen, um Gewalt von Machthaber Muammar al-Gaddafi gegen das eigene Volk zu unterbinden. Zwei Tage nach Verabschiedung der Resolution im UN-Sicherheitsrat drangen französische und britische Kampfflugzeuge in den libyschen Luftraum ein. Später am Samstag und Sonntag feuerten Tarnkappenbomber, U-Boote und Kriegsschiffe aus den USA und Großbritannien mindesten 110 Marschflugkörper und Bomben auf mehrere Dutzend Ziele entlang der Mittelmeerküste. Gaddafi drohte mit Widerstand und blutiger Vergeltung. Die Flugverbotszone sei „wirksam eingerichtet“, verkündete US-Generalstabschef Mike Mullen im Fernsehsender CNN.

Der libysche Diktator kündigte einen „langen, ruhmreichen Krieg“ gegen die „Kreuzritter“ und „neuen Nazis“ an. Eine Million Libyer würden dafür bewaffnet. Im Krieg gegen die „Kreuzritter“ werde „das ganze Mittelmeer zum Schlachtfeld“, drohte er. Die Gegner bezeichnete er als „Monster“ und „Kriminelle“. „Ihr werdet stürzen, wie Hitler gestürzt ist. Alle Tyrannen stürzen.“ „Dies ist nun eine Konfrontation des libyschen Volkes mit Frankreich, Großbritannien und den USA, mit den neuen Nazis“, erklärte er am Sonntag in der nur im Ton vom Fernsehen übertragenen Rede.

Liveticker Libyen: Russland äußert Bedenken gegen Militäraktion

Liveticker Libyen

Russland äußert Bedenken gegen Militäraktion

Die internationale Militäraktion ist nach Angaben der USA erfolgreich angelaufen. Die libysche Flugabwehr sei bereits stark beeinträchtigt. Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung in Libyen im Live-Ticker.

In Washington und London wurde die erste Angriffswelle als Erfolg bezeichnet. Mehrere Länder bedauerten dagegen den Einsatz militärischer Gewalt, aus Russland kam scharfe Kritik. Auch China und Indien bedauerten den Waffengang. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, kritisierte den Einsatz. Mussa, der die Mitgliedstaaten der Liga in der vergangenen Woche dazu gedrängt hatte, die UN-Resolution zu unterstützen, sagte in Kairo: „Für den Schutz der Zivilisten braucht man keine Militäroperationen US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatzbefehl an seine Streitkräfte für eine „begrenzte Militäroperation in Libyen“ gegeben. „Diese Aktion hat jetzt begonnen“, sagte Obama bei seinem Besuch in Brasilien.

Ungeachtet des internationalen Eingreifens setzten die Truppen des libyschen Staatschefs ihre Angriffe auf Regimegegner fort. Schwere Kämpfe wurden vor allem aus der rund 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt Misurata gemeldet. Der internationale Einsatz stützt sich auf eine UN-Resolution, die den Einsatz aller notwendigen Mittel erlaubt, um die libysche Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Gaddafi-Truppen zu schützen. Der UN-Sicherheitsrat hatte sie in der Nacht zum Freitag verabschiedet. Deutschland hatte sich enthalten. Die Bundesregierung lehnt den Einsatz deutscher Soldaten in Nordafrika ab.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.03.2011, 19:10 Uhr

Eine internationale Streitmacht hat Libyen angegriffen, um Gewalt gegen das eigene Volk zu unterbinden.

In Bahrain werden friedliche Demonstanten von Soldaten der saudischen Armee erschossen.

Und aus dem Jemen:
Am Sonntag folgten große Menschenmengen dem Trauerzug zum Gedenken an die Opfer des Blutbades vom Freitag, wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete. Aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen der Staatsmacht legten mehrere Regierungsmitglieder ihre Ämter nieder.
Bei dem Massaker hatten am Freitag Scharfschützen in Zivil von Dächern aus auf Demonstranten geschossen. 52 Menschen wurden nach offiziellen Angaben zufolge getötet, 240 Menschen erlitten Verletzungen. Salih hatte noch am selben Tag den Ausnahmezustand verkündet.

Aber da besteht kein Handlungsbedarf der internationalen Gemeinschaft. Nur bei den libyschen Rebellen, die mit Waffengewalt einen Umsturz einleiten wollen, da muss geholfen werden.

Über andere Gründe kann nur spekuliert werden. Die werden bestimmt nicht in einer Zeitung veröffentlicht.

Account gelöscht!

20.03.2011, 22:34 Uhr

Andere Gründe? ÖL, ÖL, ÖL ... was sonst?
Und auch diesmal wieder werden Sieger UND Besiegte Verluste jeder Art erleiden! Hat Obama und hat Europa denn gar nichts gelernt aus der "Opereation Deserstorm" und den bis heute anhaltenden Folgen??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×