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07.09.2014

12:27 Uhr

Angriffe gegen Terrormiliz

Kurden drängen „Islamischen Staat“ zurück

Mit Luft-Unterstützung der USA haben kurdische Kämpfer im Nordirak Stellungen vor der Stadt Mosul erobert. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die „abscheuliche“ Ermordung des US-Journalisten Sotloff durch die IS-Milizen.

Einheiten der kurdischen Peschmerga im Nordirak. dpa

Einheiten der kurdischen Peschmerga im Nordirak.

Kurdische Kämpfer haben im Nordirak einen strategisch wichtigen Berg von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Nach Angaben eines BBC-Korrespondenten vom Samstag starben bei dem Gefecht mehr als 30 IS-Kämpfer. Die Kurden hätten US-Luftunterstützung gehabt. Die US-Hilfe bedeute schon einen „großen Unterschied“, erklärten die Kurden. Der Kommandeur der Eliteeinheit sagte dem Sender, der Erfolg sei wichtig, weil er ein Schritt zur Rückeroberung von Mossul sei. Die Stadt hatte die Miliz vor Monaten eingenommen.

Das US-Zentralkommando in Tampa (US-Bundesstaat Florida) teilte am Samstag mit, in den vergangenen zwei Tagen sei die Terrormiliz erneut mit Kampfflugzeugen und Drohnen attackiert worden. Es seien mehrere Fahrzeuge zerstört und andere beschädigt worden. Insgesamt seien von den USA bisher 133 Angriffe geflogen worden.

Am Samstag bombardierten US-Kampfflugzeuge IS-Stellungen nahe des Haditha-Damms im Westirak. Der Damm sei von IS-Angriffen bedroht gewesen, sagte Pentagonsprecher John Kirby am Sonntag. Die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News bestätigte die Luftangriffe unter Berufung auf lokale Sicherheitskräfte. Dutzende IS-Kämpfer seien demnach bereits getötet worden. Der Haditha-Damm liegt rund 200 Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad in der Provinz Anbar. Nach dem Mossul-Damm im Norden des Landes wird dort Iraks zweitgrößtes Wasserkraftwerk betrieben. Zudem ist der Damm strategisch wichtig für die Wasserversorgung des Landes.

Waffen für 70 Millionen Euro – Ist das viel?

Der komplette Verteidigungsetat

70 Millionen Euro sind 0,22 Prozent des gesamten Verteidigungsetats 2014 von 32,4 Milliarden Euro.

Vergleich zu Saudi-Arabien

70 Millionen Euro sind deutlich mehr als die 2013 genehmigten Kriegswaffen-Exporte nach Saudi-Arabien mit 46,5 Millionen Euro.

Vergleich zu Israel

70 Millionen Euro sind deutlich weniger als die seit Beginn des Gaza-Kriegs genehmigten deutschen Rüstungsexporte nach Israel – ein U-Boot im Wert von 600 Millionen Euro und Waffenzünder im Wert von 900.000 Euro.

Acht Kampfpanzer

Für 70 Millionen Euro könnte man sieben bis acht der modernsten „Leopard 2“-Kampfpanzer kaufen.

Unterdessen verurteilte der UN-Sicherheitsrat die „abscheuliche und feige“ Ermordung des Journalisten Steven Sotloff durch die Terroristen. Das Verbrechen zeige, welchen täglichen Gefahren Journalisten in Syrien ausgesetzt seien und stelle erneut die Brutalität der IS unter Beweis. Die IS müsse besiegt werden, forderte nach Angaben der Vereinten Nationen vom Samstag in New York der Sicherheitsrat.

Zahlreiche Menschen kamen bei Luftangriffen der syrischen Armee auf eine Hochburg der IS-Miliz im Nordosten des Landes ums Leben. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Samstag, allein beim Einschlag von Raketen nahe einer Bäckerei in der Stadt Al-Rakka seien 25 Menschen gestorben. Mindestens 16 Opfer seien Zivilisten gewesen, darunter drei Kinder und acht Mitglieder einer Familie. Dutzende seien verletzt, so dass die Zahl der Toten noch steigen könne. Bei den Angriffen starben demnach mindestens 15 IS-Kämpfer.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

09.09.2014, 13:51 Uhr

Haben die Herren Gauck und Wulff schon protestiert?

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