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01.04.2012

20:13 Uhr

Angriffe

Islamisten töten mehrere Soldaten im Jemen

Wieder sind im Jemen mehr als zwei Dutzend Soldaten getötet worden. Eine Extremistengruppe bekannte sich zu den Attacken, die den neuen Präsidenten dazu bringen sollen, seinen Kampf gegen Al-Kaida zu beenden.

Ein Mitglied der Al-Kaida-nahen Extremistengruppe Ansar al-Scharia. dpa

Ein Mitglied der Al-Kaida-nahen Extremistengruppe Ansar al-Scharia.

Aden/Kairo/SanaaIm Jemen haben Extremisten am Wochenende offiziellen Angaben zufolge mindestens 27 Soldaten getötet. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der jemenitischen Armee im Süden des Landes kamen am Sonntag sieben Militär-Angehörige ums Leben, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Bereits am Samstag waren hochrangigen Armee-Vertretern zufolge mindestens 20 Soldaten bei Gefechten in der Region getötet worden, die zu Teilen von der Al-Kaida nahestehenden Extremistengruppe Ansar al-Scharia kontrolliert wird. Sie bekannte sich zu dem Angriff am Samstag und sprach von 30 getöteten Soldaten. Aus Sicherheitskreisen verlautete, auch die Attacke vom Sonntag trage die Handschrift Al-Kaidas.

Am Freitagabend verübten Aufständische zudem einen Anschlag auf eine Gaspipeline. Wie das jemenitische Nachrichtenportal Mareb Press berichtete, wird die Sabotage in der südöstlichen Provinz Schabwa ebenfalls Anhängern der Terrororganisation Al-Kaida zugeschrieben. Einige Stunden zuvor seien vier mutmaßliche Terroristen in der Region von einer US-Drohne getötet worden, hieß es. Dieser Luftangriff soll sich in Assan ereignet haben, wo die Terroristen nach Erkenntnissen des Verteidigungsministeriums ein Lager errichtet haben.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi im Februar haben islamistische Gruppen fast 200 Militärs getötet. Noch am Sonntag sollte das Verteidigungsministerium dazu im Parlament Stellung nehmen. Hadi hatte bei seiner Amtsübernahme ein massives Vorgehen gegen Al-Kaida angekündigt, worauf hin die Übergriffe von Islamisten noch einmal deutlich zunahmen. Der neue Präsident war durch eine von den USA und Saudi-Arabien eingefädelte Vereinbarung an die Macht gekommen, nachdem sein Vorgänger Ali Abdullah Saleh nach monatelangen Massenprotesten das seit 33 Jahren von ihm ausgeübte Präsidentenamt aufgab.

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