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04.06.2013

15:16 Uhr

Angst vor Chemiewaffen

„Syrien befindet sich im freien Fall“

In Syrien begehen längst nicht mehr nur die Regierungstruppen Kriegsverbrechen. Alle Konfliktparteien gehen skrupellos vor. Und es wächst die Angst vor Chemiewaffen. Für deren Einsatz gibt es bereits Hinweise.

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo: Der Krieg erreicht ein neues Ausmaß an Brutalität. Reuters

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo: Der Krieg erreicht ein neues Ausmaß an Brutalität.

GenfDer Arzt stand am Fluss Kuwaik in Aleppo und zählte. Er kam auf 140. So viele Leichen habe er persönlich im Wasser treiben sehen, sagte der Mediziner der Syrien-Untersuchungskommission. Diese Menschen seien zuvor in jenem Teil Aleppos, der von Regierungstruppen kontrolliert wird, in Gefängnissen „verschwunden“, berichtete die unabhängige Syrien-Kommission am Dienstag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Sie seien ermordet und ihre Leichen seien einfach in den Fluss geworfen worden.

Wie ein Kompendium des Grauens liest sich der jüngste Bericht der Expertengruppe unter Leitung des brasilianischen Diplomaten Paulo Pinheiro: Tausende getötete Zivilisten, mindestens 17 Massaker allein im Berichtszeitraum Mitte Januar bis Mitte Mai. Systematische Vergewaltigungen, willkürlich Erschießungen, gezielte Angriffe auf Zivilisten.

Sanktionen gelockert: Weitere EU-Unterstützung für Syriens Rebellen

Sanktionen gelockert

Weitere EU-Unterstützung für Syriens Rebellen

Der Krieg in Syrien spitzt sich weiter zu. Die Friedensbemühungen laufen weiter. Und nun eilt die EU den Rebellen zu Hilfe. Eine weitere Lockerung von Sanktionen gegen das Land sollen mehr humanitäre Hilfe ermöglichen.

Geschildert wird eine tägliche Routine von Kriegsverbrechen. Begangen werden sie längst nicht mehr allein von Regierungstruppen, sondern immer öfter auch von jener Seite, die einst zur „Revolution der Würde“ gegen die Assad-Diktatur aufrief. „Video-Aufnahmen zeigen ein Kind“, liest man, „das an der Enthauptung von zwei Männern teilnimmt.“ Die Geköpften seien Soldaten gewesen. Die Bluttat wird Rebellen zugeschrieben.

Der Krieg habe ein bislang nicht gekanntes Ausmaß an Brutalität erreicht und beginne, die gesamte Region zu destabilisieren, warnte Pinheiro vor dem Menschenrechtsrat: „Syrien befindet sich im freien Fall.“ Zugleich machte die Kommission klar, dass alle bisherigen Bilder des Grauens durch ein noch viel größeres Schreckensszenario in den Schatten gestellt werden könnten: Massenmorde mit Chemiewaffen.

Längst sind Geheimdienste überzeugt, dass das Regime über große Mengen des gefährlichen Nervengases Sarin und andere hochgiftige Kampfstoffe verfügt. Doch wird es sie einsetzen? Das fragt sich die Welt seit Monaten. Ja, sagen vor allem jene Politiker im Westen, die - wie die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens - eine baldige Aufrüstung der Opposition mit modernen Waffen befürworten.

Kommentare (5)

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FriedensDrohne

04.06.2013, 16:06 Uhr

Wie wäre es mit der Nachricht:
Nur 10% Unterstützung in Syrien für die Rebellen.
Dazu:
---
NATO data: Assad winning the war for Syrians’ hearts and minds

LONDON — After two years of civil war, support for the regime of
Syrian President Bashar Assad was said to have sharply increased.
NATO has been studying data that told of a sharp rise in support for
Assad. The data, compiled by Western-sponsored activists and organizations,
showed that a majority of Syrians were alarmed by the Al Qaida takeover of
the Sunni revolt and preferred to return to Assad.
“The people are sick of the war and hate the jihadists more than Assad,”
a Western source familiar with the data said. “Assad is winning the war
mostly because the people are cooperating with him against the rebels.”
The data, relayed to NATO over the last month, asserted that 70 percent
of Syrians support the Assad regime. Another 20 percent were deemed neutral and the remaining 10 percent expressed support for the rebels.
The sources said no formal polling was taken in Syria, racked by two
years of civil war in which 90,000 people were reported killed. They said
the data came from a range of activists and independent organizations that
were working in Syria, particularly in relief efforts.
The data was relayed to NATO as the Western alliance has been divided
over whether to intervene in Syria. Britain and France were said to have
been preparing to send weapons to the rebels while the United States was
focusing on protecting Syria’s southern neighbor Jordan.
A report to NATO said Syrians have undergone a change of heart over the
last six months. The change was seen most in the majority Sunni community,
which was long thought to have supported the revolt.
“The Sunnis have no love for Assad, but the great majority of the
community is withdrawing from the revolt,” the source said. “What is left is
the foreign fighters who are sponsored by Qatar and Saudi Arabia. They are
seen by the Sunnis as far worse than Assad.”
------

Account gelöscht!

04.06.2013, 16:40 Uhr

Für ein eingreifen in Syrien ist es zu spät und Assad wird
am Ende als Sieger aus dem Blut auftauchen. Da ist Erdogan vermutlich schon in Afrika weiter auf der Flucht. Die Türkei
wird als nächstes Krisengebiet die Welt beschäftigen. Zu sagen, das die Kämpfe brutal und unmenschlich sind, ist eine Sache. Eine andere, warum werden Menschen aus dem Stand heraus zu Bestien. Das muss eine Ursache haben die viel länger zurück liegen muss. In der Türkei sind die modernen Türken über Jahre unzufrieden mit Erdokan gewesen,auch wenn er Demokratisch gewählt wurde. Kein Recht den Staat zu islamisieren und Staat und Religion zu trennen und die Religion als Staatsräson einzuführen.
Auch in Deutschland gärt es seit Jahren, keinen den ich kenne der nicht eine Wut auf ein System hat, dass Deutschland in den Islam treibt. Kreuze aus den Schulen,Kopftücher rein. Schwimm und Sportunterricht für Mädchen verboten. In Hamburg ist man nun ganz schlau und hat den Islamisten ein Angebot gemacht. Schwimmunterricht nur bis zur 4 Klasse. Danach kommt ja das Kopftuch oder Burka und die Mädchen werden bewacht. Ja die SPD geht den Weg von Erdokan und Stadthaltern weiter mit.

Tabu

04.06.2013, 18:31 Uhr

Handelsblatt 27.07.2012, 18:15 Uhr
Rebellen werden heimlich mit Waffen versorgt.
Syrischen Rebellen werden offenbar heimlich mit Waffen beliefert. Insidern zufolge haben die Türkei, Saudi-Arabien und Katar einen geheimen Anti-Assad-Stützpunkt in der türkischen Stadt Adana eingerichtet.
Dazu ein bestätigender link aus der Faz.
Und ihr denkt,es geht um einen Diktator

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

"Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht darum,der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes,
obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte.

Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen."

Aus drei Regionen,fallen bezahlte Söldner ins Land.
Aufgepeitscht vom Westen und den Amerikanern.
Frankreich und Großbritanien,können garnicht abwarten,
den Rebellen in ihrem blutigem Handwerk beizuspringen.

Wir machen uns mitschuldig,wenn wir Assad nicht
unterstützen...Da sind Bestien am Werk und Assad
wird irgendwann nicht weiter wissen.

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